Probeunterricht

Rät Ihr Grundschullehrer vom Probeunterricht ab?
Lassen Sie Ihr Kind den Probeunterricht trotzdem machen – mit Vorbereitung!

Und wurden Sie eigentlich von der Grundschule richtig über den Probeunterricht aufgeklärt?

Viele Eltern erfahren von ihrer Grundschule nicht, dass es den Probeunterricht gibt. Häufig wird ihnen davon abgeraten, daran teilzunehmen. Nur wenige Grundschulen bereiten ihre Schüler explizit auf den Probeunterricht vor, damit sie dort eine zweite Chance auf die höhere Schulart bekommen. Manche Grundschullehrer scheinen den Probeunterricht gar nicht zu mögen. Immerhin ist er ein zweites „Eignungsgutachten“ zusätzlich zu ihrem eigenen Übertrittszeugnis, das zudem noch von Gymnasiallehrern bzw. Realschullehrern erstellt wird. Vielleicht glauben manche, ihre Einschätzung wäre umsonst oder es stelle ihre Einschätzung in Frage, wenn die weiterführende Schule bescheinigt, dass das Kind doch geeignet sei.

Nutzen Sie die Chance – und bereiten Ihr Kind auf den Probeunterricht vor!

Wie melde ich mich zum Probeunterricht an?

Beim Probeunterricht handelt es sich um eine Prüfung an derjenigen Schule, auf die das Kind gehen möchte.
Es bedarf dieser Schritte:

  1. Melden Sie Ihr Kind mit dem Übertrittszeugnis, welches nicht die „richtige“ Eignung enthält, an den Anmeldungstagen am Gymnasium oder der Realschule an.
  2. Sobald das Sekretariat sieht, dass auf dem Übertrittszeugnis nicht die „richtige“ Eignung steht, erhalten Sie die Informationen und den Termin zum Probeunterricht. Dann stehen Sie automatisch auf der Liste und Ihr Kind wird erwartet.
  3. Sie müssen und können Ihr Kind nicht an einer zweiten Schule anmelden, für den Fall, dass Ihr Kind den Probeunterricht nicht schafft.
    Falls Ihr Kind den Probeunterricht schafft, ist es an der Schule angemeldet, an der es den Probeunterricht gemacht hat.
    Falls Ihr Kind den Probeunterricht nicht schafft, erhalten Sie das Übertrittszeugnis zurück, um sich damit an einer anderen Schule anzumelden. Prinzipiell ist eine Anmeldung an einer Schule nicht nur an den Anmeldetagen möglich, sondern bis in die erste Septemberwoche. Die einzige Schwierigkeit, die in manchen Regionen wie z.B. München bleibt, ist, dass die Schulen dann keine freien Plätze mehr haben könnten.

Hier finden Sie die Terminzusammenfassung und Zeitplan für 2022 vom ISB

Der Probeunterricht ist viel besser als sein Ruf!

Der Probeunterricht wird landeseinheitlich vom ISB erstellt. Mag sein, dass man als Eltern erst einmal Luft holen muss, wenn man das Niveau der Prüfung besieht, aber dennoch: Diese Prüfung bringt Vorteile gegenüber den Proben der Schule mit sich:

  1. Standardisiert und kalkulierbar: Beim Probeunterricht werden jährlich sehr ähnliche Inhalte geprüft, so dass sich die Prüfungen gut vorbereiten lassen.
  2. Fair: Inhalte, die das Kind nachweislich noch nicht hatte, werden aus der Bewertung genommen. Allerdings erfordert dieser Schritt auch die Ehrlichkeit der Grundschule, hier könnte der Punkt auch schon wieder scheitern.
  3. Kein Vorurteilseffekt: Die Lehrer kennen die Kinder nicht und korrigieren die Prüfung nicht so hin, wie sie das Ergebnis gerne hätten
  4. Das Kind kann mit einer Note 4 in Mathematik und einer Note 4 in Deutsch die weiterführende Schule besuchen. Das bedeutet es braucht nur 50% der Punkte und nicht wie in der Grundschule 70-80%.

Der Probeunterricht ist bayernweit einheitlich. Er erinnert an das Abitur: Die Aufgaben versendet das Ministerium an die Gymnasien und Realschulen. Alle Teilnehmer werden am gleichen Tag zur gleichen Uhrzeit geprüft.

Ein Vorbereiten der Prüfung ist jedoch dringend anzuraten.

Die Vorbereitung auf den Probeunterricht

Ob Sie selbst oder ein Nachhilfelehrer die Vorbereitung für den Probeunterricht vornimmt, ist eine Frage Ihrer Kapazität und Ihrer häuslichen Strukturen. Dass Ihr Kind den Probeunterricht aus dem Stegreif schaffen muss, um an der weiterführenden Schule bestehen zu können, stimmt nicht.Auch können Sie sich nicht darauf verlassen, dass die Grundschule den Stoff für den Probeunterricht ausreichen behandelt hat, auch wenn sie das rechtlich gesehen müsste und es auch immer wieder beschwichtigend behauptet wird. Erfahrungsgemäß reicht die Vorbeitrug der Grundschule sehr oft nicht aus. Das ist nicht dem Kind anzulasten, sondern der Lehrkraft.

Prüfungsunterlagen Mathematik

Sie finden beim ISB Unterlagen für das Fach Mathematik.

Prüfungsunterlagen Deutsch

Die Prüfungsunterlagen für das Fach Deutsch werden aus urheberrechlichen Gründen nicht online gestellt. Die Begründung wirkt an den Haaren herbeigezogen. In den vier Teilprüfungen des Faches Deutsch findet sich in der Regel pro Jahrgang in einer einzigen Teilprüfung genau eine Zitation, die Urheberrechte erschließen läßt. Weshalb werden die anderen Teilprüfungen dann nicht veröffentlicht?

Die Prüfungsunterlagen für das Fach Deutsch der vergangenen Jahre sollten Sie an der Grundschule oder auch an der aufnehmenden Schule erfragen. Falls die Grundschule dies verneint, raten wir Ihnen diese Frage zusätzlich schriftlich zu stellen. Im Falle eines Rechtsstreit können Sie dann nachweisen, dass die Grundschule die Unterlagen nicht herausgegeben hat. Das benachteiligt Ihr Kind, denn vielerorts erhalten die Eltern die Unterlagen von den Grundschullehrern.

Alternativ können Sie uns auch per Mail kontaktieren.

Wie sind die Erfolgschancen mit dem Probeunterricht?

Gar nicht schlecht!

Von den 8000 Kindern, die jährlich den Probeunterricht am Gymnasium gemacht haben, bekommen im Schnitt 70% die Möglichkeit auf das Gymnasium überzutreten und ca. 40% der Kinder, die an der Realschule den Probeunterricht machen, werden dort auch zugelassen.

Während fast alle Schüler, die den Realschulprobeunterricht genutzt haben, dann auch in die Realschule übertreten, treten am Gymnasium trotz der Möglichkeit deutlich weniger Schüler über.

Wie viele Schüler, die über den Probeunterricht übergetreten sind, schaffen die 5. Klasse?

Ca. 3500 Schüler bestehen pro Jahr den Probeunterricht und treten dann auch über.

Von den 3500 Schülern, die pro Jahr durch den Probeunterricht auf eine höhere Schulart übertreten, verlassen im Schnitt nur 150 Schüler nach der 5. Klasse die Schule wieder. Das Übertritts-„Gutachten“ der Grundschule bescheinigt damit 3350 Schülern pro Jahr, dass sie nicht für eine höhere Schulart geeignet sind – obwohl sie dann offensichtlich auf der höheren Schule bestehen.

 

 

Die Chancen der Schüler, die durch den Probeunterricht übergetreten sind,  sind fast genauso gut, wie die der Schüler, die das passende Übertrittszeugnis hatten. Das sind alles Schüler, die laut Übertrittszeugnis als „ungeeignet“ galten, aber sich dann doch als geeignet beweisen. Immer noch nutzen nur wenige den Probeunterricht: Gemittelt über die letzten Jahre nehmen nur 1,8% der 4. Klässler am Probeunterricht fürs Gymnasium und 5,8% für die Realschule teil.

Probeunterricht zeigt: die Schulempfehlung im Übertrittszeugnis ist nicht objektiv und nicht valide

Das Kultusministerium preist immer wieder das bayerische Übertrittsverfahren als objektiv und valide an. Dass das Übertrittszeugnis mit seiner Empfehlung oft prinzipiell mit großer Unsicherheit und Fehlern behaftet ist, beweisen die Schüler, die mittels Probeunterricht auf eine höhere Schulart wechselten. Denn Schüler, die mit dem Übertrittszeugnis nicht an ihre Wunschschule übertreten können, können einen dreitägigen Probeunterricht am Gymnasium oder an der Realschule absolvieren.

Datengrundlage:

(https://www.bayern.landtag.de/www/ElanTextAblage_WP17/Drucksachen/Schriftliche%20Anfragen/17_0022706.pdf)