Tafel mit dem Kreide-Schriftzug „nachgezählt“

Schulartwechsel: nach oben und nach unten

Nach dem Übertritt ist nichts endgültig: Jedes Jahr wechseln in Bayern viele tausend Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 10 die Schulart. Diese Seite zeigt, wie viele das je Landkreis, kreisfreie Stadt und Regierungsbezirk sind: sechs Wechselrichtungen zwischen Mittelschule, Realschule und Gymnasium, dazu die Wechsel an ein Förderzentrum, über zehn Schuljahre (2015/16 bis 2024/25). Welche Wege es rechtlich gibt, steht auf der Seite Schulartwechsel nach der 5. Klasse. Wenn Sie gleich zu den Zahlen Ihres Landkreises wollen: Ihre Region.

Diese Wechsel sind zweierlei. Die einen geschehen mitten im Bildungsgang, in den Klassen 5 bis 9, und dabei geht es weit überwiegend abwärts: Auf einen Aufstieg kommen dort gut fünf Abstiege. Die anderen wechseln aus der 10. Klasse, meist mit der Mittleren Reife planmäßig weiter ans Gymnasium. Bei diesen Wechseln überwiegt der Schritt nach oben deutlich. In der Summe wechseln weit mehr Kinder nach unten: 2024/25 waren es bayernweit 16.379 gegen 4.442, auf einen Aufstieg kommen also 3,7 Abstiege (Drs. 19/7948). Zum Einordnen: An den drei Schularten zusammen lernen rund 740.000 Schülerinnen und Schüler (Bayerisches Landesamt für Statistik, Statistischer Bericht „Bayerische Schulen“, Ausgabe 2024).

Beides auseinanderzuhalten lohnt sich, denn sonst führt die größte Aufstiegszahl in die Irre. Von den 1.396 Kindern, die 2024/25 von der Realschule ans Gymnasium wechselten, kamen 1.169 aus der 10. Klasse. Wer diese Zahl anführt, um zu zeigen, wie durchlässig das System nach der 4. Klasse ist, zitiert in Wahrheit den Weg nach dem mittleren Abschluss, sechs Jahre später.

Alle Werte sind Fallzahlen, keine Quoten: Ein großer Kreis hat mehr Wechsel als ein kleiner. Was beim Lesen sonst zu beachten ist, steht gesammelt am Ende der Seite. Wer wiederholt, ohne die Schulart zu wechseln, zählt hier nicht (dazu die Seite Wiederholen in der Sekundarstufe).

Ein Wort zu „oben“ und „unten“: Die beiden Wörter bezeichnen auf dieser Seite nur die Richtung im dreigliedrigen Schulsystem, so wie die amtliche Statistik sie ordnet, keine Wertung eines Bildungswegs. Auch nach einem Wechsel nach unten bleibt das Abitur erreichbar; wie, steht im letzten Abschnitt.

Die Bilanz eines Schuljahrs

Zum Schuljahr 2024/25 haben 20.821 Kinder zwischen Mittelschule, Realschule und Gymnasium die Schulart gewechselt: 4.442 nach oben, 16.379 nach unten.

Wechsel nach oben und nach unten, alle Jahrgangsstufen zusammen

Knapp vier von fünf Wechseln gehen nach unten

Zeitraum 02.10.2023–01.10.2024 · ohne Deutschklassen (eigene Klassen für Schülerinnen und Schüler, die noch Deutsch lernen; keiner Schulart zugeordnet) · Drs. 19/7948, Summen eigene Rechnung

Hinter den Aufstiegen stecken zwei verschiedene Dinge: die Wechsel mitten im Bildungsgang, in den Klassen 5 bis 9, und der Anschluss nach der Mittleren Reife: Wer sie hat, von der Realschule oder aus dem M-Zug der Mittelschule, kann in die Einführungsklasse oder die Jahrgangsstufe 11 des Gymnasiums wechseln (§ 7 GSO). Daher der Hinweis in der Grafik: Von den 2.012 Aufstiegen ans Gymnasium kommen nur 595 aus den Klassen 5 bis 9, die übrigen 1.417 kommen aus der 10. Klasse (eigene Rechnung aus Drs. 19/7948).

Wann wird gewechselt?

Gewechselt wird vor allem nach unten, und vor allem früh. In der 5. Klasse halten sich Auf- und Abstiege noch fast die Waage; von der 6. bis zur 9. Klasse kommen auf einen Aufstieg mehr als zwölf Abstiege. Erst in der 10. Klasse überwiegt der Aufstieg: dort folgt er dem mittleren Abschluss.

Wechsel nach oben und nach unten, je Jahrgangsstufe

In der 5. Klasse die Waage, danach kippt es

Zeitraum 02.10.2023–01.10.2024 · ohne Deutschklassen · Drs. 19/7948, Summen je Jahrgangsstufe eigene Rechnung

In der 5. Klasse halten sich beide Richtungen fast die Waage: 1.878 nach oben gegen 1.978 nach unten, und allein 1.519 dieser Aufstiege sind Kinder, die von der Mittelschule an die Realschule wechseln, ein Jahr nach dem Übertritt. Danach kippt das Bild: In den Klassen 6 bis 9 stehen 1.144 Aufstiegen 14.100 Abstiege gegenüber, mehr als zwölf zu eins. Erst mit dem mittleren Abschluss dreht es sich um.

Wann genau die Kinder wechseln, weiß die Statistik allerdings nicht. Die Staatsregierung schreibt es in der Drucksache selbst:

„Informationen über den genauen Zeitpunkt des Schulartwechsels der einzelnen Schülerinnen und Schüler liegen nicht vor, in der überwiegenden Zahl der Fälle dürfte der Schulartwechsel jedoch mit dem Übergang zum neuen Schuljahr erfolgen.“

Bayerischer Landtag, Drs. 19/7948, Antwort auf die Fragen 1 bis 3, S. 2

Die Jahrgangsstufe in den Grafiken ist deshalb die, in der ein Kind zuletzt an der alten Schulart war: Gezählt wird über die Amtlichen Schuldaten zwischen zwei Stichtagen, jeweils dem 1. Oktober. Ein Wechsel mitten im Schuljahr und einer zum Schuljahresende stehen damit in derselben Zahl. Eindeutig ist nur die Jahrgangsstufe 10, und auch dort nur eine Richtung. 1.420 der 1.721 Wechsel aus Klasse 10 gehen nach oben; sie setzen den mittleren Abschluss voraus. Die übrigen 301 sind Abstiege, und die können dem Abschluss gar nicht folgen: 118 gehen vom Gymnasium an die Mittelschule, 100 vom Gymnasium an die Realschule, 83 von der Realschule an die Mittelschule.

Der Grund steht in den Schulordnungen. Am Gymnasium ist die 10. Klasse keine Abschlussklasse: Wer die Erlaubnis zum Vorrücken in die 11. Jahrgangsstufe nicht bekommt, kann den mittleren Schulabschluss noch im selben Sommer über die „Besondere Prüfung“ am Ende der Sommerferien erwerben, allerdings nur bei bestimmten Noten (§ 67 Abs. 1 GSO). Wege danach gibt es mehrere: die Jahrgangsstufe wiederholen, mit bestandener Besonderer Prüfung etwa an die Fachoberschule gehen oder an Realschule oder Mittelschule wechseln. Nur dieser letzte Weg steht in dieser Statistik; das Wiederholen ist gar kein Schulartwechsel und taucht in keiner dieser Zahlen auf. An der Realschule, wo die 10. Klasse mit der Abschlussprüfung endet, ist es sogar ausdrücklich vorgesehen: Der Prüfling „darf auch die betreffende Jahrgangsstufe oder den betreffenden Ausbildungsabschnitt wiederholen“, solange er die Höchstausbildungsdauer nicht überschreitet (Art. 54 Abs. 5 Satz 3 BayEUG); am Gymnasium folgt das Wiederholungsrecht aus den allgemeinen Vorrückungsregeln.

Die Jahrgangsstufe 10 mischt deshalb zwei verschiedene Zeitpunkte: Aufstiege, die dem Abschluss folgen, und Abstiege aus der laufenden 10. Klasse. Wie viele der 301 die Klasse nicht geschafft haben und wie viele aus anderen Gründen gegangen sind, sagen die Zahlen nicht.

Auf einen Wechsel nach oben kommen so viele nach unten

Alle Schulartwechsel zusammen, je Jahrgangsstufe ein Pfeil je Wechsel in die Gegenrichtung, der letzte anteilig gekürzt

Zeitraum 02.10.2023–01.10.2024 · ohne Deutschklassen · Drs. 19/7948, eigene Rechnung

Von der Waage in der 5. Klasse über zwanzig zu eins in den Klassen 8 und 9 bis zur Umkehrung nach dem mittleren Abschluss: Das Verhältnis kippt nicht allmählich, es kippt sofort nach dem ersten Jahr.

Wie durchlässig ist das System wirklich?

„Durchlässig“ ist das Wort, mit dem die Entscheidung nach der 4. Klasse entschärft werden soll: Es sei ja nichts endgültig. Die Wechselzahlen sagen je nach Jahrgangsstufe etwas sehr Verschiedenes.

In der 5. Klasse ist der Weg nach oben offen: 1.878 Kinder steigen auf. Allerdings führen 1.519 davon von der Mittelschule an die Realschule; ans Gymnasium gehen 359.

Ab der 6. Klasse schließt sich die Tür. In den Klassen 6 bis 9 wechseln bayernweit 236 Kinder ans Gymnasium, vier Jahrgangsstufen zusammen, in einem Jahr. Im selben Zeitraum verlassen 8.436 Kinder das Gymnasium. Auf einen Aufstieg kommen 36 Abstiege.

In der 10. Klasse dreht sich das Bild: 1.417 Aufstiege gegen 218 Abgänge. Das ist der Weg über die Mittlere Reife in die Oberstufe. Er setzt einen abgeschlossenen Bildungsgang voraus und liegt sechs Jahre nach dem Übertritt.

Wer die Gesamtzahl von 4.442 Aufstiegen nennt, um zu zeigen, dass nach der 4. Klasse nichts entschieden sei, zählt zu einem Drittel diesen späten Weg mit. Wie viele Kinder einen Aufstieg versuchen und ihn nicht schaffen, erhebt die Statistik nicht. Gezählt wird nur, wer ankommt. (Eigene Rechnung aus Drs. 19/7948, Tabelle zu den Fragen 1 bis 3, S. 7.)

Woher und wohin wird gewechselt?

Jede Schulart hat ihre eigene Richtung und ihren eigenen Zeitpunkt. Die Mittelschule kann nur nach oben abgeben, und sie tut es früh: 1.733 der 3.046 Aufstiege geschehen schon in der 5. Klasse. Das Gymnasium kann nur nach unten abgeben; es verliert 9.948 Kinder und nimmt 2.012 auf, am stärksten verliert es in den Klassen 6 und 7. Die Realschule hat als einzige beide Richtungen, nach oben aber fast nur am Ende: 1.169 der 1.396 Wechsel ans Gymnasium kommen aus der 10. Klasse.

Wechsel nach abgebender Schulart, je Jahrgangsstufe

Gemeinsamer Maßstab für alle drei Blöcke, die Farbe zeigt die Zielschulart

Die Jahrgangsstufe ist die, in der das Kind zuletzt an der alten Schulart war. Das Gymnasium kann nur nach unten abgeben, die Mittelschule nur nach oben; die Realschule ist die einzige Schulart mit beiden Richtungen. Sehr kleine Werte sind als dünner Strich dargestellt und kaum zu sehen. Die Zahlen darüber nennen, wie viele Kinder gewechselt sind.

Zeitraum 02.10.2023–01.10.2024 · ohne Deutschklassen · Drs. 19/7948, Summen eigene Rechnung

Beide Richtungen haben ein völlig verschiedenes Muster. Der Abstieg vom Gymnasium hat seinen Gipfel in der 6. Klasse (3.010 an die Realschule) und bleibt bis Klasse 9 hoch: gut die Hälfte fällt in die Klassen 6 und 7. Der Aufstieg von der Mittelschule ist dagegen fast ganz ein Ereignis der 5. Klasse: 57 Prozent davon geschehen dort, danach versiegt er fast vollständig, bis nach dem mittleren Abschluss noch einmal 248 Kinder ans Gymnasium wechseln. Eine Ausnahme ist der Weg vom Gymnasium an die Mittelschule: Er verteilt sich mit rund 200 bis 300 Fällen gleichmäßig über alle Jahrgangsstufen.

Wechsel zwischen den Schularten, Gesamtzahlen

Dieselben Wechsel wie oben, je Richtung zusammengezählt, getrennt nach den Klassen 5 bis 9 und der Klasse 10

Gymnasium Realschule Mittelschule Gym → RS 8.553 8.453 aus Klasse 5–9 RS → MS 6.431 6.348 aus Klasse 5–9 RS → Gym 1.396 227 aus Klasse 5–9 1.169 aus Klasse 10 MS → RS 2.430 2.427 aus Klasse 5–9 Gym → MS 1.395 1.277 aus Klasse 5–9 118 aus Klasse 10 100 aus Klasse 10 83 aus Klasse 10 3 aus Klasse 10 MS → Gym 616 368 aus Klasse 5–9 248 aus Klasse 10

◀ zum Verschieben wischen ▶

Zusammen: 4.442 Wechsel nach oben, 16.379 nach unten: auf einen Aufstieg kommen 3,7 Abstiege.

Pfeilbreite = Zahl der Kinder, maßstäblich; die Schulart-Balken selbst sind nicht maßstäblich. Links der Mitte geht es abwärts, rechts aufwärts. Zu jeder Richtung gehören zwei Pfeile: der kräftige für die Wechsel aus den Klassen 5 bis 9, der blasse daneben für die aus Klasse 10. Bei den Aufstiegen ans Gymnasium ist der blasse der größere: das sind die Anschlusswege, die den mittleren Abschluss voraussetzen. Sehr kleine Werte wären im Maßstab unsichtbar und sind als dünnster Strich gezeichnet, also etwas breiter, als der Zahl entspricht. Farbe = Zielschulart; Wechsel an Förderzentren und Wirtschaftsschulen erhebt die Drucksache nicht.

Zeitraum 02.10.2023–01.10.2024 · ohne Deutschklassen · Drs. 19/7948

Wer steigt ab, wer auf?

Der Aufstieg von der Realschule ans Gymnasium ist seit zehn Jahren zu 69 bis 74 Prozent ein Mädchen-Wechsel; 2024/25 waren es 995 Mädchen gegen 401 Jungen. Umgekehrt stellen Jungen in jeder Abstiegsrichtung die Mehrheit. Nach unten geht es aber auch bei den Mädchen deutlich häufiger als nach oben, nur nicht so ausgeprägt wie bei den Jungen.

Wechsel je Richtung, getrennt nach Jungen und Mädchen

Jahrgangsstufen 5 bis 10 zusammen, gemeinsamer Maßstab

Balkenlänge = Zahl der Kinder. Je Richtung oben die Jungen (glatt), darunter die Mädchen (gestreift). Bei Realschule → Gymnasium sind die 1.169 Wechsel aus der Jahrgangsstufe 10 enthalten. Oben die Abstiegs-, darunter die Aufstiegsrichtungen, nach Größe geordnet.

Zeitraum 02.10.2023–01.10.2024 · ohne Deutschklassen · Drs. 19/7948

Bezogen auf die Schülerzahl des jeweiligen Geschlechts steigt ein Realschul-Mädchen rund zweieinhalbmal so oft auf wie ein Realschul-Junge; in der Bilanz kommen bei Jungen auf einen Aufstieg 5,2 Abstiege, bei Mädchen 2,6 (eigene Rechnung aus Drs. 19/3242, 18/30609 und 19/7948).

Der Verlauf seit 2017/18

Die Aufstiege liegen heute rund ein Fünftel unter dem Stand von 2017/18, die Abstiege fast ein Drittel darüber. Auf einen Aufstieg kamen am Anfang gut zwei Abstiege, zuletzt fast vier.

Auf und ab über acht Schuljahre

Wechsel nach oben und nach unten, gestapelt nach Zielschulart; darunter das Verhältnis

◀ zum Verschieben wischen ▶

Balkenhöhe = Zahl der Kinder, gemeinsamer Maßstab; die Farbe nennt die Schulart, an die gewechselt wird.Unter jedem Jahr das Verhältnis „1 : x“ (Abstiege je Aufstieg).° 2024/25 zählt ohne Deutschklassen; der Vergleich mit den Vorjahren ist nur näherungsweise.

Drs. 19/3242 und 19/7948 · Verhältnisse eigene Rechnung

Alle Wechsel aus den Jahrgangsstufen 5 bis 10, gedruckte Landeswerte. Die Tabellen sind der Beleg zur Grafik und reichen zwei Jahre weiter zurück.

Zwei Jahre fallen aus der Reihe: 2020/21 und 2021/22 brechen die Abstiege ein: es sind die Wechsel an den Enden der beiden Corona-Schuljahre. Zu genau diesen beiden Wechseljahren weist die Statistik auch massiv mehr Vorrücken auf Probe aus: 11.012 und 6.040 Kinder gegenüber 1.973 zum Schuljahr davor, fast alle an Realschule und Gymnasium; dieselbe Delle zeigt die Zahl der Kinder, die das Klassenziel nicht erreichten (beides Drs. 19/4028; Einzelheiten am Seitenende unter „Zu den Wechseln der Corona-Jahre“). Wer vorrücken darf, muss die Schulart nicht wechseln. Vergleichbar sind deshalb am ehesten die Jahre vor 2020/21 mit denen ab 2022/23, und dazwischen steigt das Verhältnis deutlich.

Wechsel zum Schuljahrnach obennach unten→ Förder-
zentrum*
MS → RSMS → GymRS → GymRS → MSGym → RSGym → MS
2015/162.8855172.0094.9528.289·1.182
2016/172.8545642.0394.7137.663·1.159
2017/182.9716472.0014.7657.0897621.239
2018/192.9746102.1214.9607.0258371.265
2019/202.9306412.2564.9557.069766963
2020/212.9956522.2403.1955.444527863
2021/222.7986712.3673.2945.320629837
2022/232.4486971.8515.3717.8631.068895
2023/242.4876481.5625.5138.1331.111922
2024/252.4306161.3966.4318.5531.395·

·: für dieses Jahr nicht ausgewiesen. Gymnasium → Mittelschule ist ab 2017/18 aus den Einzeldrucksachen ergänzt. Förderzentrum*: alle drei Schularten zusammen. Aus welcher Schulart die Kinder kommen, weist die Drucksache nicht aus; für 2024/25 nicht erfragt. · Drs. 19/3242 und 19/7948

Für die Jahre 2017/18 bis 2022/23 liegen die Werte doppelt vor, unabhängig voneinander in zwei Drucksachen gedruckt. Alle 2.880 doppelt belegten Werte sind gegeneinander gerechnet: Keiner weicht ab.

Davon aus der 5. Klasse

Nur die Wechsel aus der Jahrgangsstufe 5. Hier halten sich beide Richtungen fast die Waage; gemessen an den Fünftklässlern an Gymnasium und Realschule wechseln rund 3 Prozent im Jahr die Schulart (Drs. 19/3064, dort mit dem Jahresetikett 2022/23 für den Zeitraum, den diese Seite 2023/24 nennt).

Wechsel zum Schuljahrnach obennach unten→ Förder-
zentrum*
MS → RSMS → GymRS → GymRS → MSGym → RSGym → MS
2015/162.1952211925361.177·310
2016/172.0352281635701.126·300
2017/182.081250155567935103333
2018/192.143223195553969127347
2019/202.0662132165351.042111296
2020/212.18723823440770679279
2021/221.915207329360548102250
2022/231.550219226628975141260
2023/241.5902261916981.145161301
2024/251.5192141456841.109185·

Nur Wechsel aus der Jahrgangsstufe 5. ·: für dieses Jahr nicht ausgewiesen. Förderzentrum*: alle drei Schularten zusammen. Aus welcher Schulart die Kinder kommen, weist die Drucksache nicht aus; für 2024/25 nicht erfragt. · Drs. 19/3242 und 19/7948

Ihre Region: Aufstiege und Abstiege vor Ort

Voreingestellt ist Bayern. Wählen Sie Ihren Kreis: Aufstiege und Abstiege als Grafik, dazu zehn Schuljahre als Tabelle mit sechs Wechselrichtungen.

Gezählt wird an der Schule, an die gewechselt wurde: Ihr Kreis zeigt die Wechsel an die Schulen in Ihrem Kreis, nicht die der Kinder, die dort wohnen.

Für die Auswahl braucht es eingeschaltetes JavaScript. Die bayernweiten Zahlen stehen in den Tabellen oben.

MS = Mittelschule, RS = Realschule, Gym = Gymnasium; gezählt sind Wechsel aus den Jahrgangsstufen 5 bis 10 zum genannten Schuljahr; Kreise ohne Zusatz sind Landkreise. X: gesperrt, weil Rückschlüsse auf einzelne Personen möglich wären. 0: kein Fall, unsere Lesart des Strichs der Drucksachen. ·: für dieses Jahr nicht ausgewiesen (Gymnasium → Mittelschule erst ab 2017/18, Förderzentrum* nicht für 2024/25). Förderzentrum*: Wechsel aus allen drei Schularten zusammen. Die Werte für Bayern und die Bezirke sind gedruckte Werte, nicht Summen der Kreise.

Was die Zahlen zeigen, und was nicht

Mitten im Bildungsgang dominiert der Abstieg: Auf einen Aufstieg kommen in den Jahrgangsstufen 5 bis 9 gut fünf Abstiege; der größte Strom ist der vom Gymnasium an die Realschule, sein Gipfel liegt in der 6. Klasse, die Häufung reicht bis Klasse 8.

Nach dem Abschluss dominiert der Aufstieg: gut vier von fünf Wechseln von der Realschule ans Gymnasium setzen die Mittlere Reife voraus; sie gehören nicht zu den frühen Wechseln.

Es sind Fallzahlen, keine Quoten: Große Kreise haben mehr Wechsel. Warum gewechselt wurde, sagen die Zahlen nicht; je Kreis sind die Fallzahlen oft klein: Drs. 19/3242 nennt die Aussagekraft selbst „stark eingeschränkt“.

Und ein Wechsel nach unten legt den Abschluss nicht fest: Über die Berufliche Oberschule bleibt auch das Abitur erreichbar, darauf weist Drs. 19/3242 selbst hin. Mehr dazu im letzten Abschnitt.

Der größte Weg nach oben liegt außerhalb dieser Statistik

Diese Statistik zählt nur Wechsel zwischen Mittelschule, Realschule und Gymnasium. Die wichtigsten Anschlusswege nach oben laufen woanders: der M-Zug der Mittelschule (Klassen, die innerhalb der Mittelschule zur Mittleren Reife führen), die Wirtschaftsschule und vor allem die Fach- und Berufsoberschule, zusammen die Berufliche Oberschule. Von den 54.855 Studienberechtigungen des Abschlussjahrs 2024 kamen 33.014 vom Gymnasium; rund vier von zehn führten also über andere Wege zur Hochschule, die meisten über die Berufliche Oberschule (Drs. 19/7980; Hochschulreifen je Schulart: Bayerisches Landesamt für Statistik, GENESIS-Online, Tabelle 21111-107s).

Lesen Sie weiter

Übertrittsquoten: wohin die Kinder nach der 4. Klasse zuerst gingen
Wiederholen in der Sekundarstufe: wie oft nach dem Übertritt wiederholt wird
Geeignet und trotzdem nicht am Gymnasium: ungenutzte Eignungen
Alle Zahlen zum Übertritt: die Übersicht.

Quellen: Antworten der Staatsregierung auf Schriftliche Anfragen im Bayerischen Landtag. Grundlage ist eine eigene Zusammenstellung aus 42 Landtagsdrucksachen; für diese Seite maßgeblich:

  • Drs. 19/3242 (Antwort vom 16.09.2024): Wechsel zu den Schuljahren 2014/15 bis 2023/24 je Region, Jahrgangsstufe und Geschlecht (Tabellen zu den Fragen 1, 2, 4, 6, 7 und 8; 2014/15 nicht belastbar, siehe Vorbehalte); Wechsel ans Förderzentrum „ohne Schüler in Klassen für Kranke“
  • Drs. 19/7948 (Antwort vom 25.08.2025): Wechsel 2024/25 (Tabelle zu den Fragen 1 bis 3), „ohne Schüler in schulartunabhängigen Deutschklassen“
  • für die Richtung Gymnasium → Mittelschule, die 19/3242 nicht führt, die Jahresdrucksachen 17/23222 (Antwort vom 04.07.2018; 2017/18) · 18/2581, 18/9439, 18/16085 (Antwort vom 01.06.2021; 2018/19 bis 2020/21) · 18/22537 (Antwort vom 05.05.2022; 2021/22, die Themendrucksache 18/23349 druckt keine Tabelle und verweist dorthin) · 18/30592 (Antwort vom 20.09.2023; 2022/23) · 19/5870 (Antwort vom 19.03.2025; 2023/24)
  • Drs. 19/3064 (Antwort vom 12.08.2024): Verbleib nach der 5. Klasse (Tabellen zu den Fragen 4.1 und 4.2)
  • Drs. 19/4028 (Antwort vom 15.11.2024): Vorrücken auf Probe (Tabelle 1 zu den Fragen 3 und 4) und Klassenziel (Tabelle 1 zu Frage 1)
  • Drs. 18/30609 (Antwort vom 27.09.2023): Schülerzahlen je Schulart nach Geschlecht (für die Wechselquoten je Geschlecht)
  • Drs. 19/7980 (Antwort vom 27.08.2025): Studienberechtigungen 2024 nach Abschlussart; Aufgliederung nach Schulart: Bayerisches Landesamt für Statistik, GENESIS-Online, Tabelle 21111-107s (Abruf 23.08.2026)
  • Bayerisches Landesamt für Statistik, Statistischer Bericht „Bayerische Schulen“ (Kennziffer B0100C, Ausgabe 2024): Schülerzahl je Schulart als Bezugsgröße im Text

Zu den Wechseln der Corona-Jahre: Die Zahlen zum Vorrücken auf Probe stammen aus Drs. 19/4028 (Tabelle 1 zu den Fragen 3 und 4), die Reihe zum nicht erreichten Klassenziel aus derselben Drucksache (Tabelle 1 zu Frage 1); die Vorrücken-Zahlen zählen auch Schülerinnen und Schüler mit, die trotz Erlaubnis nicht vorrückten, lassen Schülerinnen und Schüler in Brückenklassen außen vor und erfassen Wirtschaftsschule und Förderzentrum nicht. Rechtlicher Hintergrund der Ausweitung: Zum Schuljahresende 2019/20 wies das Kultusministerium die Schulen an, bei allen Schülerinnen und Schülern ohne Vorrückungserlaubnis ein Vorrücken auf Probe nach Art. 53 Abs. 6 Satz 2 BayEUG zu prüfen (KMS vom 23.06.2020, ein Ministerialschreiben, nicht amtlich verkündet). Im Schuljahr 2020/21 galt die Allgemeinverfügung zur Änderung der Schulordnungen in Folge der Corona-Pandemie (Bek. v. 04.02.2021, BayMBl. 2021 Nr. 97, mehrfach geändert): Sie erleichterte an der Realschule den Rücktritt in die vorherige Jahrgangsstufe ohne Wiederholungsstatus (Nr. 4.3) und am Gymnasium den Rücktritt nach dem Zwischenzeugnis ohne Wiederholungsstatus sowie die Besondere Prüfung für Zehntklässler ohne Vorrückungserlaubnis (Nrn. 7.2 und 7.3). Die ausdrückliche Anordnung, die pandemiebedingte Beeinträchtigung beim Vorrücken auf Probe „in besonderem Maße“ zu gewichten, erging für Grund- und Mittelschulen (Bek. v. 24.06.2021, BayMBl. 2021 Nr. 442, Nrn. 1.1 und 1.2); eine gleichlautende verkündete Anordnung für Gymnasien und Realschulen haben wir nicht gefunden.

Lesehilfe: Die Jahresangabe ist das Schuljahr, zu dem gewechselt wurde; der Erhebungszeitraum läuft jeweils vom 2. Oktober des Vorjahres bis zum 1. Oktober (2024/25 = 02.10.2023 bis 01.10.2024). Enthalten sind also Wechsel während des Schuljahres 2023/24 und zum Beginn von 2024/25. Gezählt wird laut Drs. 19/3242 und 19/7948 „aus Sicht der aufnehmenden Schule“, also nach dem Kreis der neuen Schule. Nur Jahrgangsstufen 5 bis 10. In den sechs Richtungen nicht enthalten: die Berufliche Oberschule und die Wirtschaftsschule; Wechsel ans Förderzentrum stehen als eigene Spalte; das Wiederholen an derselben Schulart ist kein Wechsel; 2024/25 zählt ohne Deutschklassen.

Eigene Berechnungen und Vorbehalte: Die Werte 2015/16 bis 2023/24 stammen aus Drs. 19/3242, die Werte 2024/25 aus Drs. 19/7948; für 2017/18 bis 2022/23 liegen je Kreis zwei Drucksachen vor (für 2023/24 druckt Drs. 19/5870 nur die eine Richtung Gymnasium → Mittelschule). Die Doppelbelegung haben wir vollständig gegengerechnet (siehe den Hinweis unter der ersten Tabelle); unterschiedlich ist nur, welche Zellen gesperrt sind: in 93 Fällen druckt die eine „X“ und die andere die Zahl; dann zeigen wir die Zahl. Für 2014/15 erklärt Drs. 19/3242, für einen Wechsel an Realschule oder Gymnasium würden „aufgrund einer Umstellung des Erhebungsverfahrens keine belastbaren Daten vorliegen“; dieses Jahr fehlt deshalb. Die Summen „nach oben“ und „nach unten“ je Kreis sind unsere Summen aus den sechs Spalten; Drs. 19/7948 druckt keine Summenspalte. Wo eine Zelle gesperrt ist, steht deshalb „mindestens“: das betrifft 37 der 104 Regionen. Über alle Kreise addiert bleiben die Summen unter den Landeswerten (4.390 und 16.357 gegenüber den gedruckten 4.442 und 16.379). Für Bayern und die Bezirke gelten die gedruckten Werte. 19/7948 zählt ohne Deutschklassen, die älteren Drucksachen nicht; der Vergleich von 2024/25 mit den Vorjahren ist deshalb nur näherungsweise. Der Anteil „rund 3 %“ aus der 5. Klasse ist der gedruckte Anteil „Schulartwechsel“ am Verbleib der Fünftklässler (19/3064). Zuletzt überarbeitet: 31.08.2026.

Rechtlicher Hinweis: Diese Seite wertet amtliche Zahlen aus und ordnet sie aus unserer Sicht ein. Sie enthält keine individuelle rechtliche Prüfung oder Handlungsempfehlung; konkrete Fälle werden auf dieser Seite nicht beurteilt. Trotz sorgfältiger Prüfung können die Angaben Fehler enthalten; bitte prüfen Sie die genannten Quellen selbst.