Wer nach dem Übertritt sitzenbleibt
Wie oft bleiben Kinder nach dem Übertritt sitzen? Diese Seite zeigt die Wiederholerzahlen je Landkreis, kreisfreie Stadt und Regierungsbezirk: für die Jahrgangsstufen 5 bis 7 an Gymnasium und Realschule (fünf Schuljahre 2017/18 bis 2021/22) und über alle Schularten zusammen (zehn Schuljahre 2015/16 bis 2024/25).
Nach dem Übertritt wird deutlich häufiger wiederholt als in der Grundschule, wo das Sitzenbleiben die Ausnahme ist (die Zahlen dazu stehen auf Wiederholen in der Grundschule): 2024/25 lag die Quote der pflichtgemäßen Wiederholer am Gymnasium bei 1,58 %, an der Realschule bei 2,99 %, an der Mittelschule bei 1,07 % (alle Jahrgangsstufen, Drs. 19/8227).
Direkt nach dem Übertritt ist das Sitzenbleiben selten und nimmt ab der 6. Klasse zu: In der 5. Klasse wiederholten vor Corona 0,6 bis 0,8 % der Gymnasiasten und 1,1 bis 1,4 % der Realschüler pflichtgemäß, in der 7. Klasse 1,5 bis 1,9 % bzw. 3,9 bis 4,1 % (Schuljahre 2017/18 bis 2019/20, Drs. 18/29064). In den Schuljahren 2020/21 und 2021/22 gab es fast keine pflichtgemäßen Wiederholer, dafür deutlich mehr Kinder, die auf Probe vorrückten.
Die Kreiswerte zeigen die Zahlen Ihrer Region. Beim Vergleich zwischen Kreisen ist Vorsicht nötig: Die Quote über alle Schularten hängt davon ab, welche Schulen in einem Kreis stehen (Fach- und Berufsoberschulen haben hohe Quoten, Grundschulen sehr niedrige), und bei kleinen Zahlen sind viele Werte gesperrt.
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→ Ihr Kreis: Jahrgangsstufen 5 bis 7 und alle Schularten zusammen als Tabellen, dazu die Quoten im Verlauf als Diagramm.
Für die Auswahl braucht es eingeschaltetes JavaScript. Die bayernweiten Zahlen stehen in den Tabellen unten.
Bayern im Überblick
Pflichtgemäße Wiederholer nach Schulart
Anteil an allen Schülerinnen und Schülern der Schulart, alle Jahrgangsstufen.
Wer sitzenbleibt, nach Schulart
Pflichtgemäße Wiederholer je 100 Schülerinnen und Schüler der Schulart, alle Jahrgangsstufen, zehn Schuljahre
Die Reihenfolge bleibt über alle Jahre gleich. In den zwei grau hinterlegten Schuljahren galten Corona-Sonderregeln; die Quoten brechen ein und erholen sich danach. Die dicke graue Linie ist der Wert über alle Schularten zusammen.
Schuljahre 2015/16 bis 2024/25, ganz Bayern · Drs. 19/8227 (Anlage), Anteile eigene Rechnung aus den gedruckten Zahlen
| Schuljahr | Grund- schule | Mittel- schule | Real- schule | Gymna- sium | Wirtschafts- schule | Förder- zentrum | Fachober- schule | Berufsober- schule | alle zusammen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2015/16 | 0,21 % | 1,18 % | 3,11 % | 1,84 % | 6,13 % | 0,12 % | 4,55 % | 3,91 % | 1,54 % |
| 2016/17 | 0,21 % | 1,08 % | 3,06 % | 1,70 % | 5,10 % | 0,11 % | 4,33 % | 3,64 % | 1,44 % |
| 2017/18 | 0,21 % | 1,13 % | 3,06 % | 1,60 % | 4,27 % | 0,09 % | 4,19 % | 3,73 % | 1,40 % |
| 2018/19 | 0,21 % | 1,17 % | 3,01 % | 1,55 % | 5,22 % | 0,08 % | 3,33 % | 2,58 % | 1,34 % |
| 2019/20 | 0,16 % | 1,16 % | 2,89 % | 1,47 % | 5,29 % | 0,06 % | 4,17 % | 3,38 % | 1,31 % |
| 2020/21 | 0,07 % | 0,39 % | 0,24 % | 0,19 % | 2,24 % | 0,06 % | 4,21 % | 3,62 % | 0,37 % |
| 2021/22 | 0,11 % | 0,67 % | 0,82 % | 0,46 % | 3,17 % | 0,07 % | 4,62 % | 3,08 % | 0,61 % |
| 2022/23 | 0,13 % | 0,93 % | 3,18 % | 1,59 % | 4,50 % | 0,06 % | 4,40 % | 3,65 % | 1,31 % |
| 2023/24 | 0,11 % | 0,90 % | 2,80 % | 1,57 % | 4,20 % | 0,03 % | 3,60 % | 3,23 % | 1,18 % |
| 2024/25 | 0,10 % | 1,07 % | 2,99 % | 1,58 % | 4,09 % | 0,05 % | 3,82 % | 3,73 % | 1,23 % |
Schuljahre 2015/16 bis 2024/25, ganz Bayern · Drs. 19/8227 (Anlage), Anteile eigene Rechnung aus den gedruckten Zahlen
Jahrgangsstufen 5 bis 7 an Gymnasium und Realschule
Pflichtgemäße Wiederholer in der jeweiligen Jahrgangsstufe, Anteil und Zahl. In Klammern die Zahl der Kinder, die nur auf Probe vorrückten (gibt es nur für die 6. und 7. Klasse).
Gymnasium
Sitzenbleiben nach Klasse
Pflichtgemäße Wiederholer je 100 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums, 5. bis 7. Klasse
Punkt für die 5. Klasse, Quadrat für die 6., Dreieck für die 7. In der 5. Klasse ist das Sitzenbleiben am seltensten; am Gymnasium liegt die 6. Klasse knapp vor der 7. Die zwei grau hinterlegten Schuljahre sind Corona-Jahre.
Schuljahre 2017/18 bis 2021/22, ganz Bayern · Drs. 18/29064, Anteile eigene Rechnung
| Schuljahr | 5. Klasse | 6. Klasse | 7. Klasse |
|---|---|---|---|
| 2017/18 | 0,76 %322 von 42.646 | 2,09 %870 von 41.644 (auf Probe 24) | 1,89 %732 von 38.775 (auf Probe 54) |
| 2018/19 | 0,63 %278 von 44.181 | 2,06 %880 von 42.726 (auf Probe 42) | 1,86 %721 von 38.759 (auf Probe 54) |
| 2019/20 | 0,68 %294 von 43.407 | 1,83 %804 von 44.000 (auf Probe 30) | 1,54 %613 von 39.722 (auf Probe 54) |
| 2020/21 | 0,09 %39 von 43.666 | 0,28 %119 von 43.220 (auf Probe 171) | 0,24 %98 von 41.696 (auf Probe 579) |
| 2021/22 | 0,16 %74 von 45.845 | 0,78 %345 von 43.991 (auf Probe 95) | 0,78 %319 von 40.975 (auf Probe 300) |
Realschule
Sitzenbleiben nach Klasse
Pflichtgemäße Wiederholer je 100 Schülerinnen und Schüler der Realschule, 5. bis 7. Klasse
Gleiche Skala wie beim Gymnasium. An der Realschule steigt die Quote von Klasse zu Klasse; in der 7. Klasse liegt sie mehr als doppelt so hoch wie am Gymnasium.
Schuljahre 2017/18 bis 2021/22, ganz Bayern · Drs. 18/29064, Anteile eigene Rechnung
| Schuljahr | 5. Klasse | 6. Klasse | 7. Klasse |
|---|---|---|---|
| 2017/18 | 1,35 %442 von 32.684 | 2,61 %889 von 34.027 (auf Probe 76) | 4,08 %1.508 von 36.968 (auf Probe 187) |
| 2018/19 | 1,19 %395 von 33.263 | 2,59 %879 von 33.935 (auf Probe 46) | 4,12 %1.494 von 36.282 (auf Probe 185) |
| 2019/20 | 1,14 %374 von 32.689 | 2,64 %915 von 34.620 (auf Probe 62) | 3,89 %1.407 von 36.169 (auf Probe 164) |
| 2020/21 | 0,03 %9 von 33.274 | 0,07 %25 von 33.581 (auf Probe 218) | 0,17 %62 von 36.526 (auf Probe 734) |
| 2021/22 | 0,26 %87 von 33.568 | 0,70 %239 von 34.127 (auf Probe 176) | 1,16 %413 von 35.565 (auf Probe 511) |
Schuljahre 2017/18 bis 2021/22, ganz Bayern · Drs. 18/29064, Anteile eigene Rechnung aus den gedruckten Zahlen
Mehr Übertritte, mehr Sitzenbleiben?
Man könnte meinen: Wenn zu viele Kinder aufs Gymnasium gehen, überfordert man sie, und dann bleiben mehr sitzen. Ob das stimmt, lässt sich nachrechnen.
In Bayern gehen je nach Landkreis sehr unterschiedlich viele Kinder aufs Gymnasium: Im Landkreis München sind es fast 60 von 100, im Landkreis Rottal-Inn 26. Sortiert man alle 96 Kreise danach, lassen sich zwei Gruppen bilden: die zwanzig mit den meisten Übertritten, wo fast jedes zweite Kind aufs Gymnasium geht (49,3 %), und die zwanzig mit den wenigsten, wo es knapp jedes dritte ist (29,8 %). Die Grafik zeigt für beide Gruppen, wie viele Kinder in den Klassen 5, 6 und 7 eine Klasse wiederholen mussten.
Mehr Übertritte, aber nicht mehr Sitzenbleiben am Gymnasium
Wiederholerquote in den Klassen 5 bis 7. Beide Vergleiche gruppieren dieselben Kreise danach, wie viele Kinder dort ans Gymnasium übertreten.
Der Balken zeigt den mittleren Wert, der schwarze Strich die Spanne; Erklärung im Text unter der Grafik. Am Gymnasium überschneiden sich die Spannen, an der Realschule nicht.
Wiederholer der Klassen 5 bis 7, Schuljahre 2017/18 bis 2021/22: Drs. 18/29064 · Übertrittsquote: Mittel der Kohorten 2016/17 bis 2023/24, Fundstellen unten · Gruppierung und Quoten eigene Rechnung
So liest man die Grafik: Der Balken zeigt, wie viele von hundert Schülerinnen und Schülern wiederholt haben. Der schwarze Strich daneben zeigt, wie genau diese Zahl ist. Denn die amtliche Statistik verschweigt kleine Zahlen: Wenn in einem Kreis nur ein oder zwei Kinder wiederholt haben, steht dort kein Wert, sondern ein „X“, damit niemand auf einzelne Kinder schließen kann. Fast die Hälfte aller Werte fehlt deshalb. Die Rechnung läuft darum zweimal: einmal, als wären es null Kinder gewesen, einmal, als wären es zwei. Der Strich zeigt beide Ergebnisse; die Wahrheit liegt dazwischen.
Ergebnis: Wo viele Kinder aufs Gymnasium gehen, bleiben am Gymnasium nicht mehr Kinder sitzen, an der Realschule dort aber schon.
Am Gymnasium berühren sich die beiden Striche. Der Unterschied zwischen 1,13 und 0,86 von hundert Kindern kann also auch null sein; behaupten lässt sich daraus nichts. Und das, obwohl in der einen Gruppe fast doppelt so viele Kinder aufs Gymnasium gehen wie in der anderen. Grundlage sind 285.140 Gymnasiasten in der einen und 82.582 in der anderen Gruppe. An zu kleinen Zahlen liegt es also nicht.
An der Realschule ist es anders: Zwischen den beiden Strichen liegt eine deutliche Lücke, 2,30 gegen 1,26 von hundert Kindern. Dieser Unterschied bleibt bestehen, egal wie man die verschwiegenen Zahlen rechnet. Am klarsten wird er, wenn man ihn direkt an der Realschule misst: Je weniger Kinder in einem Kreis an die Realschule gehen, desto häufiger wird dort wiederholt. Wo 49,3 % der Kinder aufs Gymnasium gehen, nimmt die Realschule nur 22,1 % auf; wo es aufs Gymnasium 29,8 % sind, sind es an die Realschule 34,5 %.
Warum das so ist, sagen die Zahlen nicht. Zwei Vermutungen liegen nahe, prüfen lässt sich mit diesen Daten keine von beiden. Die erste: Wo nur gut jedes fünfte Kind an die Realschule geht statt jedes dritten, sitzen dort andere Kinder: Die Realschule bekommt weniger von denen, die ohne Mühe durchkommen. Die zweite: Der Vergleich ist zugleich ein Vergleich zwischen Stadt und Land. Dreizehn der zwanzig Kreise mit hoher Gymnasialquote sind kreisfreie Städte, in der anderen Gruppe ist keine einzige. Rechnet man Städte und Landkreise getrennt, fällt der Zusammenhang nur noch halb bis ein Drittel so stark aus. Dazu kommt: Die Statistik zählt, wo eine Schule steht, nicht wo ein Kind wohnt. In den Städten stehen die Realschulen, und ein Teil der Kinder kommt aus dem Umland dorthin.
Eine dritte Vermutung ließ sich prüfen, und sie trifft nicht zu: Kinder, die vom Gymnasium zurückkommen, sind es nicht. In den Kreisen mit hoher Gymnasialquote verlassen sogar etwas weniger Kinder das Gymnasium in Richtung einer anderen Schulart (3,97 % gegenüber 4,66 %).
Was die Zahlen zeigen, und was nicht
Nach dem Übertritt steigt das Sitzenbleiben von der 5. zur 6. Klasse deutlich an; am Gymnasium ist die 6. Klasse die Stufe mit den meisten Wiederholern, an der Realschule die 7. Über alle Jahrgangsstufen hat die Realschule etwa doppelt so hohe Quoten wie das Gymnasium. In den Schuljahren 2020/21 und 2021/22 brechen alle Wiederholerquoten ein (alle Schularten 0,37 % und 0,61 % gegenüber sonst 1,2 bis 1,5 %), während das Vorrücken auf Probe stark zunahm. Die Staatsregierung weist darauf hin, dass auch in der Pandemie die Regelungen zum Vorrücken und zum Vorrücken auf Probe galten (Drs. 19/8227); warum die Quoten einbrachen, erklärt die Drucksache nicht.
Die Zahlen sagen nicht, warum wiederholt wurde, und nichts über einzelne Schulen. Die Kreisquote über alle Schularten eignet sich nicht für eine Rangliste, weil sie vom Schulangebot im Kreis abhängt. Wie viele Kinder freiwillig zurücktreten, weist keine Drucksache aus. Wer wiederholt, bleibt an seiner Schulart; über den späteren Abschluss sagt die Wiederholung nichts.
Lesen Sie weiter
Wiederholen in der Grundschule: dieselbe Frage für die Jahrgangsstufen 1 bis 4
Schulartwechsel: wer statt zu wiederholen die Schulart wechselt
Übertrittsquoten: wohin die Kinder nach der 4. Klasse gingen
Alle Zahlen zum Übertritt: die Übersicht.
Quellen: Antworten der Staatsregierung auf Schriftliche Anfragen im Bayerischen Landtag:
- Drs. 18/29064 (Antwort vom 16.05.2023; Tabellen zu den Fragen 3.1 und 4.1: Schülerzahlen, Tabelle 1 zu den Fragen 3.2 und 4.2: pflichtgemäße Wiederholer, Tabelle 2: auf Probe Vorgerückte, jeweils Jahrgangsstufen 5 bis 7 an Gymnasium und Realschule 2017/18 bis 2021/22)
- Drs. 19/8227 (Antwort vom 01.10.2025; Anlage, Tabellen zu den Fragen 1.1 und 1.2: pflichtgemäße Wiederholer je Kreis und Schulart 2015/16 bis 2024/25; übernommen sind ausschließlich diese Zahlentabellen der Amtlichen Schulstatistik; die Anlage ist nicht im Drucksachen-PDF abgedruckt, sondern liegt als eigene Datei auf dem Landtagsserver)
Lesehilfe und eigene Berechnungen: Die Jahresangabe ist das Schuljahr, in dem wiederholt wird; das Klassenziel wurde am Ende des Vorjahres verfehlt. Pflichtgemäß heißt: Wiederholung der eigenen Schulart, weil das Klassenziel nicht erreicht wurde. Die Grundschulquoten sind die gedruckten Werte; alle übrigen Quoten sind eigene Rechnung aus gedruckten Wiederholer- und Schülerzahlen (kaufmännisch gerundet). Für 2022/23 und 2023/24 zählt Drs. 19/8227 „ohne Schüler in Brückenklassen“, für 2024/25 „ohne Schüler in schulartunabhängigen Deutschklassen“; die Zeitreihe über alle Schularten hat deshalb zwei kleine Brüche. Die Kreiszeilen fassen alle Schularten von der Grundschule bis zur Fach- und Berufsoberschule zusammen; nach Schulart getrennt gibt es die Zahlen nur bayernweit. Gesperrte Kreiswerte (X) fehlen in Summen; so ergibt die Summe der pflichtgemäßen Grundschul-Wiederholer über die Kreise 2024/25 nur 447 gegenüber 503 bayernweit. Maßgeblich sind die gedruckten Landeswerte. Zuletzt überarbeitet: 31.08.2026.
Grundlage ist eine eigene Zusammenstellung aus 42 Landtagsdrucksachen zum Übertritt und seinen Folgen; für diese Seite sind die drei oben genannten maßgeblich.
Rechtlicher Hinweis: Diese Seite wertet amtliche Zahlen aus und ordnet sie aus unserer Sicht ein. Sie enthält keine individuelle rechtliche Prüfung oder Handlungsempfehlung; konkrete Fälle werden auf dieser Seite nicht beurteilt. Trotz sorgfältiger Prüfung können die Angaben Fehler enthalten; bitte prüfen Sie die genannten Quellen selbst.
