Tafel mit dem Kreide-Schriftzug „nachgezählt“

Übertrittsquoten

Alle Zahlen zum Übertritt

Diese Seite zeigt, wohin die Kinder nach der 4. Klasse tatsächlich gewechselt sind: den Anteil aller Viertklässler eines Kreises, die direkt an ein Gymnasium oder an eine Realschule übergetreten sind. Gezählt wird nach dem Kreis, in dem die Grundschule liegt. Die Eignungszahlen sagen, was im Zeugnis stand; hier steht, was daraus geworden ist.

Auch hier sind die Unterschiede groß: Im Jahrgang 2023/24 wechselten im Landkreis Dingolfing-Landau 23,3 % der Viertklässler ans Gymnasium, im Landkreis München 56,9 %, ein fast zweieinhalbmal so hoher Anteil (Landtagsdrucksache 19/7981; eigene Berechnung, siehe Quellen und Rechenweg am Seitenende). An die Realschule gingen zwischen 11,8 % (Stadt Straubing) und 40,1 % (Landkreis Neuburg-Schrobenhausen).

Das Auffällige: Die Gymnasialeignung ist in den kreisfreien Städten und in den Landkreisen im Mittel gleich hoch (2023/24: 53,8 gegen 54,4 %), der Übertritt ans Gymnasium nicht (43,3 gegen 35,3 %). Das gilt in allen acht Jahrgängen: Beim Übertritt liegen die Städte stets zwischen 41 und 45 %, die Landkreise zwischen 35 und 37 %; bei der Eignung liegen beide ohne festen Abstand zwischen 51 und 57 % (ungewichtete Mittel der 25 kreisfreien Städte und der 71 Landkreise, eigene Berechnung). Der Unterschied zwischen Stadt und Land entsteht also nicht im Zeugnis, sondern beim Wechsel. Woran das liegt, sagen diese Zahlen nicht; das Schulangebot vor Ort und die Entscheidung der Familien spielen hinein.

Nicht verwechseln: Die Übertrittsquote rechnet auf alle Viertklässler, die Eignungsquote nur auf die Kinder, die übergetreten sind und für die eine Eignung erfasst ist. Nebeneinanderstellen darf man beide, voneinander abziehen nicht, etwa um „Verzichter“ zu zählen. Und über ein einzelnes Kind sagen die Zahlen nichts.

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Die Spannweite je Jahrgang

Der große Abstand zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Kreis ist kein Ausreißer eines einzelnen Jahres: Beim Gymnasium liegen in jedem der acht Jahrgänge über 30 Prozentpunkte zwischen beiden Enden, bei der Realschule rund 24 oder mehr.

Übertritt ans Gymnasium

4. Klasseniedrigster KreisMittel der 96 Kreisehöchster Kreis
2016/1725,5 % (Cham)37,3 %59,1 % (München, Landkreis)
2017/1824,1 % (Kelheim)37,4 %58,6 % (München, Landkreis)
2018/1924,9 % (Dillingen a. d. Donau)37,4 %58,9 % (München, Landkreis)
2019/2022,9 % (Regen)36,8 %59,6 % (Starnberg)
2020/2126,2 % (Rottal-Inn)38,9 %61,7 % (München, Landkreis)
2021/2225,8 % (Rottal-Inn)38,7 %60,7 % (München, Landkreis)
2022/2323,9 % (Rottal-Inn)37,6 %59,1 % (München, Landkreis)
2023/2423,3 % (Dingolfing-Landau)37,4 %56,9 % (München, Landkreis)

Übertritt an die Realschule

4. Klasseniedrigster KreisMittel der 96 Kreisehöchster Kreis
2016/1715,2 % (Bayreuth, Stadt)29,2 %39,1 % (Cham)
2017/1813,6 % (Bamberg, Stadt)28,9 %39,0 % (Tirschenreuth)
2018/1915,2 % (Bamberg, Stadt)28,8 %39,2 % (Regen und Neuburg-Schrobenhausen)
2019/2013,8 % (Bayreuth, Stadt)29,6 %40,1 % (Eichstätt)
2020/2112,1 % (Bamberg, Stadt)30,0 %40,7 % (Tirschenreuth)
2021/2212,8 % (Bamberg, Stadt)29,8 %44,4 % (Tirschenreuth)
2022/2314,2 % (Landshut, Stadt)29,2 %44,4 % (Neuburg-Schrobenhausen)
2023/2411,8 % (Straubing, Stadt)28,6 %40,1 % (Neuburg-Schrobenhausen)

Beim Gymnasium steht der Landkreis München in sieben von acht Jahrgängen vorn; am Ende stehen durchgehend ländliche Kreise, überwiegend aus Niederbayern und der Oberpfalz (Rottal-Inn dreimal, dazu Cham, Kelheim, Regen, Dingolfing-Landau und das schwäbische Dillingen). Bei der Realschule ist es spiegelbildlich: vorn ländliche Kreise (Tirschenreuth dreimal, Neuburg-Schrobenhausen dreimal, davon einmal gleichauf mit Regen), am Ende kreisfreie Städte (Bamberg viermal, Bayreuth zweimal).

Was die Zahlen zeigen, und was nicht

Die Zahlen sagen nicht, dass Kinder in einem Kreis besser oder schlechter sind, und nichts über einzelne Kinder. Sie zeigen, wie verschieden die Wege nach der 4. Klasse von Kreis zu Kreis sind, und dass diese Unterschiede noch stabiler sind als bei den Eignungen.

Der einfachste Beleg: Von den 24 Kreisen, die 2016/17 beim Übertritt ans Gymnasium im oberen Viertel lagen, liegen 2023/24 wieder 21 dort (bei den Eignungen waren es 18). Wer oben liegt, liegt im nächsten Jahr fast immer wieder oben: Die Rangfolge der 96 Kreise stimmt von Jahr zu Jahr zu 0,89 überein und über sieben Jahre hinweg noch zu 0,87 (Rangkorrelation: 1 wäre dieselbe Reihenfolge, 0 kein Zusammenhang; eigene Berechnung; Eignungen: 0,80). Anders gesagt: 92 % der Unterschiede in den Zahlen liegen zwischen den Kreisen, nur 8 % sind Schwankung desselben Kreises von Jahr zu Jahr. Bei der Realschule ist es ähnlich (0,88 und 0,82).

Eignung und Übertritt hängen zusammen, aber nicht eng: Über die 96 Kreise beträgt der Zusammenhang zwischen Gymnasialeignung und Übertritt ans Gymnasium 0,68 im Jahrgang 2023/24 und 0,72 bis 0,75 in den Jahrgängen davor (Korrelation: 1 wäre völliger Gleichlauf, 0 kein Zusammenhang; eigene Berechnung). Die Eignung erklärt damit nur rund die Hälfte der Unterschiede beim Übertritt. Kreise mit vielen geeigneten Kindern haben meist auch viele Übertritte, aber längst nicht immer; wie viele geeignete Kinder nicht ans Gymnasium gehen, zeigt die Seite Geeignet und trotzdem nicht am Gymnasium.

Anders als bei den Eignungen haben die Drucksachen hier nicht geändert, welche Kinder mitgezählt werden (die Übertrittstabellen tragen in allen acht Drucksachen keine wechselnden Fußnoten); die Prozentwerte der Jahrgänge sind deshalb besser vergleichbar. Unsere Mittelung aus Jungen- und Mädchenquote bleibt aber eine Näherung.

Quellen: Antworten der Staatsregierung auf Schriftliche Anfragen im Bayerischen Landtag, jeweils Tabelle zu Frage 1: Drs. 17/23221 (4. Klasse 2016/17) · 18/3249 (2017/18) · 18/9446 (2018/19) · 18/16091 (2019/20) · 18/23567 (2020/21) · 18/30611 (2021/22) · 19/5789 (2022/23) · 19/7981 (2023/24). Die Jahresangabe ist durchgehend das Schuljahr der 4. Klasse; die Drucksachen beschriften mit dem Übertrittsjahr (4. Klasse 2023/24 = Übertritt zum Schuljahr 2024/25). Gezählt sind die „direkten Übertritte aus Jahrgangsstufe 4 der Grundschule in Bayern an die Realschule bzw. an das Gymnasium“ als „Anteil der Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 4“ (so Frage 1 der Anfragen), also aller Viertklässler, nach dem „Kreis der Grundschule, aus der der Übertritt erfolgte“ (Tabellenkopf 19/7981).

Eigene Berechnungen: Für 2016/17 zeigen wir den gedruckten Gesamtwert, ab 2017/18 das Mittel aus Jungen- und Mädchenquote (addiert und halbiert, ohne die Zahl der Jungen und Mädchen zu gewichten). Am Jahrgang 2016/17, für den beides gedruckt ist, weicht dieses Mittel über alle Kennzahlen im Schnitt 0,1 und höchstens 0,5 Prozentpunkte vom Gesamtwert ab. Das Mittel der 96 Kreise ist ungewichtet, jeder Kreis zählt gleich; einen amtlichen bayernweiten Gesamtwert drucken die Quellen seit 2017/18 nicht (beim Gymnasium liegt der bayernweite Wert über dem Mittel der 96 Kreise, weil die großen Städte hohe Quoten haben: 2016/17, dem letzten Jahrgang mit gedrucktem Gesamtwert, 39,4 % gegen 37,3 %; bei der Realschule liegt er darunter). Platz und Abstand sind aus diesen Werten gerechnet; verschiebt man jeden Wert um 0,5 Punkte, ändert sich der Platz im Mittel um etwa 2 bis 3 Ränge (Näherung, eigene Berechnung). Die Spalte „weder noch“ ist 100 minus beide Quoten. Der Stadt-Land-Vergleich ist das ungewichtete Mittel der 25 kreisfreien Städte bzw. der 71 Landkreise je Jahrgang. Die Korrelationen und die Stabilitätswerte sind eigene Berechnungen über die 96 Kreise.

Corona: Für die Jahrgänge 2019/20 und 2020/21 galten Sonderregeln für die Probearbeiten (ab 20.04.2020 keine verpflichtenden Probearbeiten mehr, 2020/21 statt 18 vorgeschriebenen nur eine Richtzahl von 14; Plenum-Drs. 18/7154 und 18/15764, jeweils Frage 19). Beim Übertritt ans Gymnasium ist 2019/20 mit einem Kreismittel von 36,8 % der niedrigste der acht Jahrgänge, 2020/21 mit 38,9 % der höchste; ob die Sonderregeln dahinterstehen, lässt sich aus den Drucksachen nicht belegen.

Grundlage ist unsere Zusammenstellung aus 42 Landtagsdrucksachen zum Übertritt und seinen Folgen; für diese Seite sind die oben genannten acht maßgeblich. Datenstand 21.08.2026, Stand dieser Seite 22.08.2026.