Erfolgschancen im Probeunterricht

Wer über den Probeunterricht nachdenkt, hört oft Abratendes. Die veröffentlichten Zahlen sprechen eine andere Sprache: Diese Seite zeigt, wie viele Kinder den Probeunterricht bestehen, wie viele über den Elternwillen übertreten — und wie es ihnen danach in der 5. Klasse ergeht.

Zum Ablauf und den Bestehensregeln: Probeunterricht. Zum Üben mit den Original-Prüfungen: Vorbereitung auf den Probeunterricht.

Gar nicht schlecht!Von den rund 1.800 bis 2.000 Kindern, die jährlich den Probeunterricht am Gymnasium machen, erhalten im Schnitt etwa 70 % die Möglichkeit überzutreten – darin enthalten sind auch die Kinder, die nach zweimal der Note 4 über den Elternwillen wechseln dürfen und ca. 40% der Kinder, die an der Realschule den Probeunterricht machen, werden dort auch zugelassen.Die Grafik enthält neben den bestandenen Probeunterrichts-Teilnehmern auch die Schüler, die durch den Elternwillen nach dem nichtbestandenen Probeunterricht übertreten dürfen (mit Note 4 in Mathe und Deutsch). Während fast alle Schüler, die den Realschulprobeunterricht genutzt haben, dann auch in die Realschule übertreten, treten am Gymnasium trotz der Möglichkeit deutlich weniger Schüler über.

Wie viele Schüler, die über den Probeunterricht übergetreten sind, schaffen die 5. Klasse?

Rund 3.500 Kinder treten pro Jahr nach dem Probeunterricht auf Gymnasium oder Realschule über – gut 2.300 von ihnen haben ihn bestanden, die übrigen wechseln nach zweimal Note 4 auf Antrag der Eltern.Von den 3500 Schülern, die pro Jahr durch den Probeunterricht auf eine höhere Schulart übertreten, verlassen im Schnitt nur 150 Schüler nach der 5. Klasse die Schule wieder. Das „Übertrittsgutachten“ der Grundschule bescheinigt damit 3350 Schülern pro Jahr, dass sie nicht für eine höhere Schulart geeignet sind – obwohl sie dann offensichtlich auf der höheren Schule bestehen.


Die Chancen der Schüler, die durch den Probeunterricht übergetreten sind,  sind fast genauso gut, wie die der Schüler, die das passende Übertrittszeugnis hatten. Das sind alles Schüler, die laut Übertrittszeugnis als „ungeeignet“ galten, aber sich dann doch als geeignet beweisen. Immer noch nutzen nur wenige den Probeunterricht: Gemittelt über die letzten Jahre nehmen nur 1,8% der 4. Klässler am Probeunterricht fürs Gymnasium und 5,8% für die Realschule teil.

Probeunterricht zeigt: die Schulempfehlung im Übertrittszeugnis ist nicht objektiv und nicht valide
Das Kultusministerium preist immer wieder das bayerische Übertrittsverfahren als objektiv und valide an. Dass das Übertrittszeugnis mit seiner Empfehlung oft prinzipiell mit großer Unsicherheit und Fehlern behaftet ist, beweisen die Schüler, die mittels Probeunterricht auf eine höhere Schulart wechselten. Denn Schüler, die mit dem Übertrittszeugnis nicht an ihre Wunschschule übertreten können, können einen dreitägigen Probeunterricht am Gymnasium oder an der Realschule absolvieren.Datengrundlage:(https://www.bayern.landtag.de/www/ElanTextAblage_WP17/Drucksachen/Schriftliche%20Anfragen/17_0022706.pdf)

 

Rechtlicher Hinweis: Diese Seite enthält allgemeine, nicht auf einen konkreten Einzelfall bezogene Informationen zum bayerischen Übertrittsverfahren und eine Einordnung aus unserer Sicht. Sie enthält keine individuelle rechtliche Prüfung oder Handlungsempfehlung; konkrete Fälle werden auf dieser Seite nicht beurteilt. Für die Beurteilung eines Einzelfalls sind dessen tatsächliche Umstände, die jeweils geltenden amtlichen Fassungen der einschlägigen Vorschriften und die einschlägige Rechtsprechung zu berücksichtigen. Bei Bedarf sollte fachkundiger Rechtsrat eingeholt werden. Trotz sorgfältiger Prüfung können die Angaben Fehler enthalten; bitte prüfen Sie die genannten Vorschriften und Entscheidungen selbst. Stand: 09.08.2026