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Nicht jedes Kind mit Gymnasialeignung geht ans Gymnasium. Diese Seite zeigt, wie viele Kinder mit der Eignung für das Gymnasium im Übertrittszeugnis ein Jahr später in der 5. Klasse einer Realschule oder Mittelschule saßen, je Landkreis und kreisfreier Stadt, gezählt nach dem Kreis der Grundschule. Andere Schularten oder Schulen außerhalb Bayerns erfasst die Drucksache nicht.
Im Jahrgang, der 2023/24 in der 4. Klasse war, waren das bayernweit 16.035 Kinder an Realschulen und 218 an Mittelschulen, zusammen 16.253 (Landtagsdrucksache 19/7946). Gemessen an allen 113.718 Viertklässlern dieses Jahrgangs sind die 16.035 an Realschulen 14,1 %, also etwa jedes siebte Kind (nur Realschulen; Zahl der Viertklässler aus Drucksache 19/3064; eigene Berechnung, siehe Quellen und Rechenweg am Seitenende). Zum Vergleich: Ans Gymnasium wechselten im selben Jahrgang je nach Kreis zwischen 23 und 57 % der Viertklässler (Übertrittsquoten).
Je Kreis reicht die Spanne von 2,2 % in der Stadt Hof bis 24,1 % im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen. Die höchsten Werte haben Landkreise, die niedrigsten kreisfreie Städte: im Mittel 16,7 % in den Landkreisen gegenüber 8,1 % in den Städten (ungewichtete Mittel der Kreise). Wo viele Kinder an die Realschule gehen, sind darunter auch mehr Kinder mit Gymnasialeignung; wie oft die Eignung vergeben wird, spielt dagegen praktisch keine Rolle (statistischer Zusammenhang über die 96 Kreise: 0,91 mit der Realschul-Übertrittsquote, −0,02 mit der Gymnasialeignungsquote; eigene Berechnungen, siehe Rechenweg).
Das ist zunächst nur eine Beobachtung, kein Beleg für ein Problem: Eltern dürfen sich mit Gymnasialeignung frei für die Realschule entscheiden, und in vielen Landkreisen ist die Realschule die nächste weiterführende Schule. Belegt sind die Größenordnung und das Gefälle. Welcher Anteil der geeigneten Kinder das ist, lässt sich aus den Drucksachen nicht sagen: Wie viele Kinder insgesamt die Gymnasialeignung hatten, steht dort nicht; die Eignungszahlen je Kreis sind Anteile unter den übergetretenen Kindern mit Eignungsangabe, keine Zahl der geeigneten Kinder.
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Für die Auswahl braucht es eingeschaltetes JavaScript. Die Spannweite und die Bezirkswerte stehen in den Tabellen unten.
Die Spannweite
Die fünf niedrigsten und die fünf höchsten Werte, Jahrgang 2023/24. Die niedrigsten Werte haben kleine Städte mit sehr wenigen Kindern; dort ist der Anteil nur eine grobe Orientierung.
| Kreis | mit Gymnasialeignung an einer Realschule | Viertklässler | Anteil |
|---|---|---|---|
| Hof, Stadt | 9 | 406 | 2,2 % |
| Bamberg, Stadt | 16 | 548 | 2,9 % |
| Straubing, Stadt | 15 | 332 | 4,5 % |
| Bayreuth, Stadt | 24 | 502 | 4,8 % |
| Erlangen, Stadt | 50 | 993 | 5,0 % |
| … 86 weitere Kreise … | |||
| Landshut, Landkreis | 339 | 1.541 | 22,0 % |
| Donau-Ries | 267 | 1.203 | 22,2 % |
| Ostallgäu | 293 | 1.315 | 22,3 % |
| Rottal-Inn | 236 | 1.016 | 23,2 % |
| Neuburg-Schrobenhausen | 219 | 908 | 24,1 % |
Der Vergleich mit dem Jahrgang 2016/17
Für ganz Bayern und die sieben Regierungsbezirke gibt es diese Zahlen auch für einen zweiten, älteren Jahrgang. Die Tabelle zeigt für beide Jahrgänge dasselbe wie das Auswahlfeld oben: wie viele Kinder mit Gymnasialeignung im Übertrittszeugnis ein Jahr später in der 5. Klasse einer Realschule und wie viele in der 5. Klasse einer Mittelschule saßen. Ein Vergleich der beiden Jahre ist nur grob möglich: 2016/17 war das erste Jahr, in dem die Eignung in der Schulstatistik erfasst wurde, und die ältere Drucksache grenzt die gezählten Kinder etwas anders ab.
| Region | 4. Klasse 2016/17 | 4. Klasse 2023/24 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| an Real- schulen | an Mittel- schulen | zusammen | an Real- schulen | an Mittel- schulen | zusammen | |
| Bayern | 13.777 | 137 | 13.914 | 16.035 | 218 | 16.253 |
| Oberbayern | 4.547 | 41 | 4.588 | 5.196 | 65 | 5.261 |
| Niederbayern | 1.764 | 12 | 1.776 | 1.941 | 27 | 1.968 |
| Oberpfalz | 1.376 | 18 | 1.394 | 1.538 | 34 | 1.572 |
| Oberfranken | 922 | 12 | 934 | 1.021 | 24 | 1.045 |
| Mittelfranken | 1.531 | 10 | 1.541 | 1.976 | X | X |
| Unterfranken | 1.245 | 7 | 1.252 | 1.498 | X | X |
| Schwaben | 2.392 | 37 | 2.429 | 2.865 | 43 | 2.908 |
Gelesen wird die Tabelle zeilenweise: In ganz Bayern saßen aus dem Jahrgang 2023/24 16.035 Kinder mit Gymnasialeignung in der 5. Klasse einer Realschule und 218 in der 5. Klasse einer Mittelschule, zusammen 16.253; sieben Jahre zuvor waren es 13.777 und 137. X: in der Drucksache nicht ausgewiesen, weil Rückschlüsse auf einzelne Kinder möglich wären; die Summe „zusammen“ bleibt dann offen. Für 2023/24 stehen dieselben Zahlen auch oben im Auswahlfeld, dort zusätzlich nach Jungen und Mädchen getrennt und mit dem Anteil an allen Viertklässlern.
Was die Zahlen zeigen, und was nicht
Sie zeigen, dass in jedem Jahrgang viele tausend Kinder mit Gymnasialeignung an eine Realschule gehen, und dass das auf dem Land doppelt so häufig ist wie in der Stadt. Sie zeigen nicht, warum: Ob die Familie die Realschule wollte, ob das Gymnasium zu weit weg war oder ob die Eignung knapp ausfiel, steht in keiner Drucksache. Sie sagen nichts über einzelne Kinder, und sie sind Untergrenzen. Und sie sind kein Anteil an den geeigneten Kindern, sondern ein Anteil an allen Viertklässlern des Kreises.
Quellen: Antworten der Staatsregierung auf Schriftliche Anfragen im Bayerischen Landtag: Drs. 19/7946 (Strohmayr/Bäumler, SPD; Tabelle zu den Fragen 1 und 3: Schülerinnen und Schüler der 5. Klasse an Mittel- und Realschulen im Schuljahr 2024/25, „die im Vorjahr die Jahrgangsstufe 4 der Grundschule in Bayern besuchten und zu denen statistisch eine Gymnasialeignung gemäß Übertrittsgutachten vorliegt“, nach der „Region der Grundschule, aus der der Übertritt erfolgte“) · Drs. 17/23220 (Güll, SPD; Tabellen zu den Fragen 1 und 3, Schuljahr 2017/18; Mittelschulen dort nur bayernweit und je Bezirk) · Drs. 19/3064 (Zwanziger/Triebel, Grüne; Tabelle zu Frage 1.1: Viertklässler je Kreis 2023/24). Die Quellen nennen das Schuljahr der 5. Klasse; auf dieser Seite steht das Schuljahr der 4. Klasse (5. Klasse 2024/25 = 4. Klasse 2023/24).
Eigene Berechnungen: Die Spalten „zusammen“ addieren Jungen und Mädchen und bleiben offen, sobald ein Wert gesperrt ist. Der Anteil je Kreis ist die Zahl der Kinder mit Gymnasialeignung an Realschulen geteilt durch alle Viertklässler desselben Kreises und Jahrgangs aus Drs. 19/3064; beide Drucksachen zählen nach dem Kreis der Grundschule, die Summen über alle Kreise gehen exakt auf die gedruckte Bayern-Zeile auf. Mittelschulen sind in diesem Anteil nicht enthalten, weil ihre Werte in 90 von 96 Kreisen gesperrt sind (72 ganz, 18 teilweise). Die Stadt-Land-Werte sind ungewichtete Mittel der 25 kreisfreien Städte bzw. 71 Landkreise; die Zusammenhänge sind Korrelationen über die 96 Kreise. Die Vergleichswerte je Kreis (Übertritt an Realschule und Gymnasium 2023/24) stammen von der Seite Übertrittsquoten (Mittel aus Jungen- und Mädchenquote).
Warum keine Kreiswerte für 2016/17: Drs. 17/23220 überschreibt ihre Tabelle mit „mit Gymnasialeignung an Realschulen“ und nennt die Bezugsregion nur „Region“; in 15 von 19 Stadt-Land-Paaren liegt der Stadtwert von 2016/17 über dem von 2023/24, oft um ein Mehrfaches (Coburg 99 gegenüber 24, Bamberg 46 gegenüber 16), obwohl die bayernweite Zahl in dieser Zeit gestiegen ist. Das spricht dafür, dass 2016/17 nach dem Ort der aufnehmenden Realschule gezählt wurde, 2023/24 nach dem der Grundschule. Ein Kreisvergleich über die beiden Jahrgänge wäre deshalb irreführend; Bayern und die Bezirke sind davon kaum betroffen. Drs. 17/23220 nennt 2016/17 zudem das Jahr, in dem die Eignung „aufgrund einer Umstellung des Erhebungsverfahrens erstmals“ erfasst wurde.
Grundlage ist unsere Zusammenstellung aus 42 Landtagsdrucksachen zum Übertritt und seinen Folgen; für diese Seite sind die drei oben genannten maßgeblich. Datenstand 22.08.2026, Stand dieser Seite 22.08.2026.
