Tafel mit dem Kreide-Schriftzug „nachgezählt“

Schulartwechsel: nach oben und nach unten

Alle Zahlen zum Übertritt · Eignungszahlen · Übertrittsquoten · Geeignet und trotzdem nicht am Gymnasium

Nach dem Übertritt ist nichts endgültig: Jedes Jahr wechseln in Bayern viele tausend Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 10 die Schulart. Diese Seite zeigt, wie viele das je Landkreis, kreisfreie Stadt und Regierungsbezirk sind, in sieben Richtungen und über zehn Schuljahre (Wechsel zu den Schuljahren 2015/16 bis 2024/25). Welche Wege es rechtlich gibt, wie der Wechsel abläuft und was er kostet, steht auf der Seite Schulartwechsel nach der 5. Klasse.

Zum Schuljahr 2024/25 wechselten bayernweit 4.442 Schülerinnen und Schüler nach oben, also von der Mittelschule an die Realschule oder das Gymnasium oder von der Realschule ans Gymnasium, und 16.379 nach unten, die meisten davon aus den Jahrgangsstufen 6 bis 8 (Landtagsdrucksache 19/7948). Ein Drittel der Aufwärtswechsel (1.420, darunter 1.169 von der Realschule und 248 von der Mittelschule ans Gymnasium) ist allerdings der Übergang nach der 10. Klasse, meist in die Oberstufe des Gymnasiums. Ohne ihn stehen rund 3.000 Wechsel nach oben gegen rund 16.000 nach unten. Zum Einordnen: An Mittelschulen, Realschulen und Gymnasien zusammen lernen rund 740.000 Schülerinnen und Schüler (alle Jahrgangsstufen, Drs. 19/8227).

Aus der 5. Klasse sieht es anders aus: Dort halten sich beide Richtungen fast die Waage, 1.878 nach oben (vor allem von der Mittelschule an die Realschule, 1.519) und 1.978 nach unten (vor allem vom Gymnasium an die Realschule, 1.109). Gemessen an den Fünftklässlern an Gymnasium und Realschule wechseln im Jahr rund 3 % die Schulart (Gymnasium 2,9 %, Realschule 3,1 %, Schuljahr 2022/23, Drucksache 19/3064).

Die Zahlen sind Fallzahlen, keine Quoten: Ein großer Kreis hat mehr Wechsel als ein kleiner, ohne dass das etwas über die Schulen dort aussagt. Gezählt wird nach der Schule, an die gewechselt wurde, nicht nach dem Wohnort. Wer die Klasse wiederholt, ohne die Schulart zu wechseln, ist hier nicht gezählt (dazu die Seite Wiederholen in Zahlen).

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Bayern im Überblick

Alle Wechsel aus den Jahrgangsstufen 5 bis 10, gedruckte Landeswerte.

Wechsel zum Schuljahrnach obennach unten→ Förder-
zentrum*
MS → RSMS → GymRS → GymRS → MSGym → RSGym → MS
2015/162.8855172.0094.9528.289·1.182
2016/172.8545642.0394.7137.663·1.159
2017/182.9716472.0014.7657.0897621.239
2018/192.9746102.1214.9607.0258371.265
2019/202.9306412.2564.9557.069766963
2020/212.9956522.2403.1955.444527863
2021/222.7986712.3673.2945.320629837
2022/232.4486971.8515.3717.8631.068895
2023/242.4876481.5625.5138.1331.111922
2024/252.4306161.3966.4318.5531.395·

Davon aus der 5. Klasse

Nur die Wechsel, die aus der Jahrgangsstufe 5 heraus erfolgten.

Wechsel zum Schuljahrnach obennach unten→ Förder-
zentrum*
MS → RSMS → GymRS → GymRS → MSGym → RSGym → MS
2015/162.1952211925361.177·310
2016/172.0352281635701.126·300
2017/182.081250155567935103333
2018/192.143223195553969127347
2019/202.0662132165351.042111296
2020/212.18723823440770679279
2021/221.915207329360548102250
2022/231.550219226628975141260
2023/241.5902261916981.145161301
2024/251.5192141456841.109185·

X: gesperrt. 0: kein Fall. ·: für dieses Jahr nicht ausgewiesen. Die Richtung Gymnasium → Mittelschule fehlt in der Reihe 19/3242; sie ist hier Jahr für Jahr aus den Einzeldrucksachen ergänzt und liegt deshalb ab 2017/18 vor, für 2015/16 und 2016/17 nicht. Förderzentrum*: alle drei Schularten zusammen, nicht für 2024/25 erfragt.

Was die Zahlen zeigen, und was nicht

Über alle Jahrgangsstufen gibt es in jedem Jahr deutlich mehr Wechsel nach unten als nach oben, und der Abstand ist zuletzt gewachsen: auf einen Wechsel nach oben kamen im Jahrgang 2017/18 2,3 nach unten, 2022/23 2,9, 2023/24 3,1 und 2024/25 3,7. Die beiden Corona-Jahrgänge 2020/21 und 2021/22 fallen mit 1,6 heraus. Das Jahr 2024/25 ist mit den Vorjahren allerdings nur eingeschränkt vergleichbar, weil 19/7948 ohne die schulartunabhängigen Deutschklassen zählt. Der größte einzelne Strom ist der vom Gymnasium an die Realschule (2024/25: 8.553). Die Abwärtswechsel häufen sich in den Jahrgangsstufen 6 bis 8 (2024/25: 4.657, 4.041 und 3.636 gegenüber 1.978 aus der 5. Klasse). Von den 1.396 Wechseln von der Realschule ans Gymnasium kamen 1.169 aus der 10. Klasse, also nach dem mittleren Abschluss in die Oberstufe, und nur 145 aus der 5. Klasse (Drs. 19/7948). Die Gesamtzahl dieser Richtung sagt deshalb wenig über den Aufstieg in den unteren Jahrgangsstufen.

Der breite Aufwärtsweg aus der 5. Klasse führt von der Mittelschule an die Realschule (1.519 von 1.878). In den Schuljahren 2020/21 und 2021/22 lagen die Abwärtswechsel um gut ein Viertel unter den Vorjahren (Realschule → Mittelschule und Gymnasium → Realschule zusammen 8.639 und 8.614 gegenüber 12.024 im Jahr davor) und stiegen danach wieder auf das alte Niveau; die Drucksachen nennen dafür keinen Grund.

Die Zahlen sagen nicht, warum gewechselt wurde, und nichts über die Qualität einzelner Schulen. Je Kreis sind es oft kleine Fallzahlen; Drs. 19/3242 warnt selbst, die Aussagekraft sei dadurch „stark eingeschränkt“. Und ein Wechsel nach unten legt den Abschluss nicht fest: Über die Berufliche Oberschule bleibt auch das Abitur erreichbar, auch darauf weist Drs. 19/3242 hin.

Quellen: Antworten der Staatsregierung auf Schriftliche Anfragen im Bayerischen Landtag: Drs. 19/3242 (Strohmayr, SPD; Tabellen zu den Fragen 1 bis 8: Wechsel zu den Schuljahren 2014/15 bis 2023/24 je Region, Jahrgangsstufe und Geschlecht; Wechsel ans Förderzentrum „ohne Schüler in Klassen für Kranke“) · Drs. 19/7948 (Strohmayr/Bäumler, SPD; Tabelle zu den Fragen 1 bis 3: Wechsel im Zeitraum 02.10.2023 bis 01.10.2024, „ohne Schüler in schulartunabhängigen Deutschklassen“) · für die Richtung Gymnasium → Mittelschule, die 19/3242 nicht führt, die Jahresdrucksachen Drs. 17/23222 (2017/18) · 18/2581 (2018/19) · 18/9439 (2019/20) · 18/16085 (2020/21) · 18/22537 (2021/22; die Themendrucksache 18/23349 druckt keine Tabelle und verweist dorthin) · 18/30592 (2022/23) · 19/5870 (2023/24) · Drs. 19/3064 (Zwanziger/Triebel, Grüne; Tabellen zu den Fragen 4.1 und 4.2: Verbleib nach der 5. Klasse). Für 2014/15 erklärt Drs. 19/3242, für einen Wechsel an Realschule oder Gymnasium würden „aufgrund einer Umstellung des Erhebungsverfahrens keine belastbaren Daten vorliegen“; dieses Jahr fehlt deshalb.

Lesehilfe: Die Jahresangabe ist das Schuljahr, zu dem gewechselt wurde; der Erhebungszeitraum läuft jeweils vom 2. Oktober des Vorjahres bis zum 1. Oktober (2024/25 = 02.10.2023 bis 01.10.2024). Enthalten sind also Wechsel während des Schuljahres 2023/24 und zum Beginn von 2024/25. Gezählt wird laut Drs. 19/3242 und 19/7948 „aus Sicht der aufnehmenden Schule“, also nach dem Kreis der neuen Schule. Nur Jahrgangsstufen 5 bis 10; Wechsel an die Berufliche Oberschule sind nicht enthalten.

Eigene Berechnungen und Vorbehalte: Die Werte 2015/16 bis 2023/24 stammen aus Drs. 19/3242, die Werte 2024/25 aus Drs. 19/7948; für 2017/18 bis 2023/24 liegen je Kreis zwei Drucksachen vor. Wir haben alle 2.880 doppelt belegten Werte gegeneinander gerechnet: keiner weicht ab. Unterschiedlich ist nur, welche Zellen gesperrt sind — in 93 Fällen druckt die eine „X“ und die andere die Zahl; dann zeigen wir die Zahl. Die Summen „nach oben“ und „nach unten“ je Kreis sind die gedruckten Summen aus 19/7948; über alle Kreise addiert bleiben sie unter den Landeswerten (4.390 und 16.357 gegenüber 4.442 und 16.379), weil gesperrte Zellen fehlen. Für Bayern und die Bezirke gelten die gedruckten Werte. 19/7948 zählt ohne Deutschklassen, die älteren Drucksachen nicht; der Vergleich von 2024/25 mit den Vorjahren ist deshalb nur näherungsweise. Der Anteil „rund 3 %“ aus der 5. Klasse ist der gedruckte Anteil „Schulartwechsel“ am Verbleib der Fünftklässler (19/3064).

Grundlage ist unsere Zusammenstellung aus 42 Landtagsdrucksachen; für diese Seite sind die oben genannten maßgeblich (dazu Drs. 19/8227 für die Schülerzahl). Datenstand 22.08.2026, Stand dieser Seite 22.08.2026.