Kennen Sie alle einzelnen Noten Ihres Kindes?

Sie haben ein Recht darauf!

Sehr häufig kennen Eltern nur die Noten der schriftlichen Leistungserhebungen (=Proben), die nach Herausgabe der Probe den Kindern mit nach Hause gegeben werden. Oft erfahren wir die Noten der mündlichen, praktischen oder multidimensionalen Leistungsbewertungen nicht. Das Ergebnis ist, dass viele bis zum Übertrittszeugnis auf heißen Kohlen sitzen, weil sie nicht sicher wissen, wie der eigentliche Stand der Noten ist.

Um während des Schuljahres das aktuelle Ergebnis für den Übertritt berechnen zu können, brauchen Sie alle Noten der Leistungserhebungen, die in Deutsch, Mathematik und HSU erhoben wurden. Außerdem brauchen Sie die Gewichtung der Noten. Wie Sie dann den Notenschnitt berechnen können, können Sie hier nachlesen.

Unterschiedliche Transparenz in Grundschulen

Die Erfahrung zeigt, dass LehrerInnen sehr unterschiedlich mit der Transparenz umgehen. Einige LehrerInnen geben den Kindern auch bei mündlichen und praktischen Noten eine Mitteilung an die Eltern mit, manchmal sogar mit den Leistungsbewertungskriterien.

Beispiel: Hier wurde dem Kind die Note mündlich gesagt und die Bewertungskriterien den Eltern schriftlich eröffnet.

Wenn zudem den Eltern am Schuljahresanfang auch alle Informationen zur prinzipiellen Notenbildung gegeben wurden (das erfolgt meist mündlich am ersten Elternabend, lesen Sie hier)

Aber das ist leider die Ausnahme. Üblicherweise erfahren die SchülerInnen und die Eltern die Noten nicht. Die Eltern haben somit zuhause keine Möglichkeit die Noten zu berechnen und zu überprüfen, wie der genaue Notenschnitt ist.

Sie kennen die Noten nicht. Was tun?

Schreiben Sie der LehrerIn eine Mail und bitten Sie um die Bekanntgabe aller schriftlichen, mündlichen und praktischen Leistungserhebungen und deren Gewichtung in den Fächern Deutsch, Mathematik und HSU. Vielleicht haben Sie eine Hemmung diese Anfrage zu tätigen und im Gefühl, dass die Lehrkraft das nicht gerne macht. Wahrscheinlich täuschen Sie sich auch nicht.

Was passiert nach Ihrer Anfrage?

Fall 1

Manche Lehrkräfte schicken dann die Informationen schriftlich. Perfekt.

Fall 2

Andere behaupten, dass sie diese Informationen nicht schriftlich herausgeben dürfen, können oder möchten und bieten einen Telefontermin oder ein persönliches Gespräch an.

  • Fall 2a: Es findet ein Gespräch statt und Sie erfahren die Noten und deren Gewichtung. Schreiben Sie Ihre Ergebnisse zusammen und schicken Sie diese abermals an die Lehrkraft mit der Nachfrage, ob Sie alles richtig verstanden hätten.
  • Fall 2b: Es findet ein Gespräch statt und die Lehrkraft startet ein Ausweichmanöver. Bereiten Sie sich auf diesen Fall vor. Denn wir haben häufig erfahren, dass das Gespräch von der Lehrkraft dazu verwendet wird, irgendeine andere Sache überraschend auszupacken als Ablenkmanöver. So wurde Eltern hier schon kundgetan, dass ihr Kind wohl depressiv sei, unter auffällig starken Konzentrationstörungen litte oder sich merkwürdig mit Klassenkameraden verhielte. Die vor den Kopf gestoßenen Eltern haben darüber hinaus oft das eigentliche Anliegen vergessen oder sich nicht mehr an das eigentliche Thema gewagt. In diesem Fall sollten Sie gleich nochmals schriftlich um die Eröffnung der Noten bitten.

Fall 3

Aber es gibt auch Lehrkräfte, die die Anfrage nach Eröffnung der Noten verneinen, z.B. mit dem Hinweis, dass andere Kinder diese Informationen auch nicht erhielten oder es doch eine Information im Januar gegeben hätte. Unserer Erfahrung nach können Sie sich dann auf die Datenschutzverordnung berufen und die Daten zur Leistungserhebung ihrer Kinder einfordern. Sie können die Auskunft der Noten schriftlich einfordern und sich dabei auf die Datenschutzverordnung berufen. Wenn sich uns hierzu eine kurze Mail schreiben, wir schicken Ihnen eine Vorlage zu so einem Schreiben zu.