Notenbildung im Übertrittszeugnis

Wie sieht das Übertrittszeugnis in der 4. Klasse Grundschule in Bayern aus? Wie funktioniert die Notenbildung?

Das Übertrittszeugnis enthält nur 

  • die Jahresfortgangsnoten der Fächer Deutsch, Mathematik und HSU
  • die daraus gebildete Durchschnittsnote („Gesamtdurchschnittsnote“)
  • sowie eine zusammenfassende Beurteilung der Übertrittseignung
  • (nur, wenn ein Kind ein musisches Gymnasium besuchen möchte, wird die Musiknote noch auf dem Zeugnis vermerkt.)

 

Berechnung der Gesamtdurchschnittsnote

Der Gesamtdurchschnittsnote berechnet sich aus den Jahresfortgangsnoten der drei Fächer Deutsch, Mathematik und HSU.

Möglichkeiten für die weiterführende Schulen

  • mit dem Gesamtdurchschnittsnote 2,33 oder besser:
    Mittelschule, Realschule und Gymnasium
  • mit dem Gesamtdurchschnittsnote 2,66:
    Mittelschule, Realschule
  • mit dem Gesamtdurchschnittsnote 3,00 oder schlechter:
    Mittelschule

Wie gut die einzelnen Jahresfortgangsnoten selbst sind, ist für die Berechnung unrelevant. So kann eine Note 4 durch die anderen Noten ausgeglichen werden, z.B. (4 + 1 + 2) : 3 = 2,33. Denkbar ist auch die Note 5, die ausgeglichen werden kann.

Ein Kind mit Gymnasialeignung darf also auch die Mittelschule oder die Realschule besuchen. Der „Elternwille“ ist also für die schlechtere Schulart gegeben.

Berechnung der Jahresfortgangsnote – hier wird es interessant

Die Jahresfortgangsnote ist die gerundete Notendurchschnitt eines Faches.

Für die Berechnung des Notendurchschnitt eines Faches brauchen Sie

  • die Noten aller schriftlichen, mündlichen, praktischen und mehrdimensionalen Leistungserhebungen, die bis zum Zeitpunkt des Übertrittszeugnisses in einem Fach erhoben wurden.
  • die Gewichtung der Noten

Wie werden die Notendurchschnitte berechnet?

Um die Jahresfortgangsnote berechnen zu können, brauchen Sie die Information, wie Ihre Grundschule die einzelnen Leistungen gerichtet. Das wird in jeder Grundschule einheitlich von der Lehrerkonferenz am Schuljahresanfang entschieden. Das bedeutet: Die Gewichtung wird von jeder Lehrkraft in einer Grundschule gleich vorgenommen, aber unterscheidet sich sehr häufig von Grundschule zu Grundschule.


Um die Berechnung zu illustrieren nehmen wir eine Beispielschule mit folgenden Gewichtungen:

  • es werden im Fach Deutsch die Rechtschreibprobe und Sprache-Untersuchen-Probe zusammengelegt
  • es zählen Proben doppelt so viel wie mündlichen Noten
  • In Deutsch werden Proben je nach Kompetenzbereich noch unterschiedlich gerichtet:
    • Aufsatz
      3-fach
    • Rechtschreibung/SpracheUntersuchen
      3-fach
    • Lesen
      2-fach
    • Zuhören
      1-fach

Insgesamt zählt demnach der Aufsatz 6-fach so viel wie eine mündliche Noten.

Die Berechnung per Excel könnte so aussehen:

 

oder ohne Excel:

{[(3*6 + 2*6 + 3*6 + 3*6 + 3*6 + 2*4 + 3*4 + 2*2 + 2*1 + 1*1)  : (6 + 6 + 6 + 6 + 6 + 4 + 4 + 2 + 1 + 1)=
= 111 : 42 = 2,64

Sie benötigen also zur Berechnung der Jahresfortgangsnote

a) alle Noten Ihres Kindes

b) die Gewichtung der Noten in der Grundschule Ihres Kindes

Kennen Sie alle Noten Ihres Kindes?

Sehr häufig kennen wir Eltern nur die Noten der Proben, die nach Herausgabe an die Eltern mit nach Hause gegeben werden. Sehr oft wissen wir nicht, ob überhaupt mündliche Noten gemacht wurden oder diese Noten wurden uns zumindest nicht proaktiv mitgeteilt. Die Notenbildung für das Übertrittszeugnis in Bayern ist dann nicht transparent und nachvollziehbar.
Wie Sie eine Übersicht über alle Noten erhalten haben, können Sie hier nachlesen.

Kennen Sie die Gewichtung der Noten der Grundschule Ihres Kindes?

Wie Sie eine Übersicht über aller Gewichtungen der Noten erhalten, können Sie hier nachlesen.