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Am Ende der 4. Klasse steht im Übertrittszeugnis, für welche Schule ein Kind geeignet ist: Gymnasium, Realschule oder Mittelschule. Diese Seite zeigt für jeden Landkreis und jede kreisfreie Stadt, wie viele Kinder welche Eignung bekommen haben. Gezählt wird nach dem Kreis, in dem die Grundschule liegt, und nur bei Kindern, die danach in Bayern in die 5. Klasse einer weiterführenden Schule gewechselt sind und für die eine Eignung erfasst ist.
Wie viele Kinder welche Eignung bekommen, ist von Kreis zu Kreis sehr verschieden. Im Jahrgang 2023/24 bekamen in der Stadt Schweinfurt 38,1 % der Kinder die Gymnasialeignung, im Landkreis Starnberg 67,8 %, also fast doppelt so viele, bei landesweit gleichen Notengrenzen (Landtagsdrucksache 19/7981; eigene Berechnung, siehe Quellen und Rechenweg am Seitenende). Bei der Mittelschuleignung reicht die Spanne von 19,5 % (Landkreis Ebersberg) bis 49,7 % (Stadt Schweinfurt). Die Mittelschulwerte stehen in keiner Drucksache; wir haben sie als Rest auf 100 % errechnet.
Nicht verwechseln: Die Zahlen sagen, was im Zeugnis stand. Wohin die Kinder dann tatsächlich gegangen sind, ist eine andere Zahl: die Übertrittsquoten. Und über ein einzelnes Kind sagen die Zahlen nichts.
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Die Spannweite je Jahrgang
Der Abstand zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Kreis ist kein Ausreißer eines einzelnen Jahres, er besteht in allen acht Jahrgängen.
Gymnasialeignung
| 4. Klasse | niedrigster Kreis | Mittel der 96 Kreise | höchster Kreis |
|---|---|---|---|
| 2016/17 | 37,7 % (Schweinfurt, Stadt) | 52,4 % | 71,8 % (Starnberg) |
| 2017/18 | 37,4 % (Amberg, Stadt) | 51,9 % | 72,8 % (Starnberg) |
| 2018/19 | 37,4 % (Schweinfurt, Stadt) | 52,0 % | 73,0 % (Starnberg) |
| 2019/20 | 34,5 % (Kaufbeuren, Stadt) | 52,7 % | 71,4 % (Starnberg) |
| 2020/21 | 40,4 % (Schweinfurt, Stadt) | 56,6 % | 78,2 % (Starnberg) |
| 2021/22 | 37,5 % (Schweinfurt, Stadt) | 55,4 % | 75,4 % (Starnberg) |
| 2022/23 | 37,7 % (Schweinfurt, Stadt) | 54,1 % | 70,3 % (Starnberg) |
| 2023/24 | 38,1 % (Schweinfurt, Stadt) | 54,2 % | 67,8 % (Starnberg) |
Realschuleignung
| 4. Klasse | niedrigster Kreis | Mittel der 96 Kreise | höchster Kreis |
|---|---|---|---|
| 2016/17 | 10,5 % (Hof, Stadt) | 14,6 % | 20,1 % (Schweinfurt, Landkreis) |
| 2017/18 | 10,2 % (Coburg, Stadt) | 14,2 % | 19,4 % (Main-Spessart) |
| 2018/19 | 8,7 % (Schwabach, Stadt) | 13,7 % | 18,9 % (Schweinfurt, Landkreis) |
| 2019/20 | 8,0 % (Cham) | 13,3 % | 17,5 % (Kronach) |
| 2020/21 | 8,5 % (Bayreuth, Stadt) | 12,7 % | 26,3 % (Kaufbeuren, Stadt) |
| 2021/22 | 7,8 % (Erlangen, Stadt) | 13,5 % | 20,0 % (Regen) |
| 2022/23 | 6,8 % (Landshut, Stadt) | 13,3 % | 18,0 % (Kaufbeuren, Stadt) |
| 2023/24 | 8,1 % (Landshut, Stadt) | 13,0 % | 21,0 % (Kaufbeuren, Stadt) |
Mittelschuleignung (rechnerisch)
| 4. Klasse | niedrigster Kreis | Mittel der 96 Kreise | höchster Kreis |
|---|---|---|---|
| 2016/17 | 17,1 % (Starnberg) | 33,0 % | 46,7 % (Schweinfurt, Stadt) |
| 2017/18 | 14,9 % (Starnberg) | 33,9 % | 49,4 % (Hof, Stadt) |
| 2018/19 | 16,7 % (Starnberg) | 34,3 % | 48,4 % (Schweinfurt, Stadt) |
| 2019/20 | 18,1 % (Starnberg) | 34,0 % | 51,0 % (Kaufbeuren, Stadt) |
| 2020/21 | 13,0 % (Starnberg) | 30,7 % | 46,7 % (Schweinfurt, Stadt) |
| 2021/22 | 13,4 % (Starnberg) | 31,1 % | 49,0 % (Straubing, Stadt) |
| 2022/23 | 17,1 % (Starnberg) | 32,6 % | 49,5 % (Schweinfurt, Stadt) |
| 2023/24 | 19,5 % (Ebersberg) | 32,8 % | 49,7 % (Schweinfurt, Stadt) |
Gymnasial- und Mittelschuleignung sind feste Muster: Beim Gymnasium hat Starnberg in allen acht Jahrgängen den höchsten Anteil; bei der Mittelschule hat Starnberg in sieben von acht Jahrgängen den niedrigsten und Schweinfurt (Stadt) in fünf von acht den höchsten. Nur bei der Realschuleignung wechseln beide Enden fast jedes Jahr.
Was die Zahlen zeigen, und was nicht
Die Zahlen sagen nicht, dass irgendwo strenger benotet wird oder die Kinder weniger können, und nichts über einzelne Kinder. Sie zeigen, wie unterschiedlich sich die Eignungen regional verteilen, und dass diese Unterschiede stabil sind, kein Zufall eines Jahres.
Der einfachste Beleg: Von den 24 Kreisen, die 2016/17 bei der Gymnasialeignung im oberen Viertel lagen, liegen 2023/24 wieder 18 dort. Wer oben liegt, liegt im nächsten Jahr fast immer wieder oben; die Rangfolge der 96 Kreise stimmt von Jahr zu Jahr zu 0,80 überein und über sieben Jahre hinweg noch zu 0,74 (Rangkorrelation: 1 wäre dieselbe Reihenfolge, 0 kein Zusammenhang; eigene Berechnung). Anders gesagt: 81 % der Unterschiede in den Zahlen liegen zwischen den Kreisen, nur 19 % sind Schwankung desselben Kreises von Jahr zu Jahr. Für die Mittelschuleignung gilt dasselbe, für die Realschuleignung nicht (0,41).
Ein Vorbehalt: Die Drucksachen haben mehrfach geändert, welche Kinder mitgezählt werden. Die Prozentwerte einzelner Jahre sind deshalb nur grob vergleichbar; verlässlich ist, wo ein Kreis im Vergleich zu den anderen steht, denn die Reihenfolge ändert sich durch eine andere Zählweise kaum.
Eignung nach Migrationshintergrund (nur bayernweit)
Für zwei Jahrgänge weist die Staatsregierung aus, wie sich die Eignungen nach Migrationshintergrund verteilen, allerdings nur für ganz Bayern, nicht je Landkreis (Drs. 19/3064):
| 4. Klasse 2021/22 | 4. Klasse 2022/23 | |
|---|---|---|
| Gymnasialeignung, Kinder mit Migrationshintergrund | 38,5 % | 38,0 % |
| Gymnasialeignung, Kinder ohne Migrationshintergrund | 63,0 % | 62,4 % |
| Realschuleignung, Kinder mit Migrationshintergrund | 14,2 % | 13,7 % |
| Realschuleignung, Kinder ohne Migrationshintergrund | 12,9 % | 12,7 % |
Beim Gymnasium liegen rund 24 Prozentpunkte zwischen beiden Gruppen; bei der Realschule ist es umgekehrt, und der Abstand ist klein. Wir haben zusätzlich auf Kreisebene verglichen, ob Kreise mit vielen Kindern mit Migrationshintergrund eine niedrigere Gymnasialeignung haben. Das ist nicht der Fall (r rund −0,1; eigene Berechnung aus dem Anteil der Viertklässler mit Migrationshintergrund je Kreis, Drs. 19/3064, Jahrgänge 2021/22 und 2022/23). Der Unterschied zeigt sich also innerhalb der Kreise, nicht zwischen ihnen.
Quellen: Antworten der Staatsregierung auf Schriftliche Anfragen im Bayerischen Landtag. Eignungen je Landkreis: Drs. 17/23221 (4. Klasse 2016/17) · 18/3249 (2017/18) · 18/9446 (2018/19) · 18/16091 (2019/20) · 18/23567 (2020/21) · 18/30611 (2021/22) · 19/5789 (2022/23) · 19/7981 (2023/24). Eignung nach Migrationshintergrund: Drs. 19/3064. Die Jahresangabe ist durchgehend das Schuljahr der 4. Klasse; einige Drucksachen beschriften stattdessen mit dem Übertrittsjahr (4. Klasse 2023/24 = Übertritt zum Schuljahr 2024/25).
Eigene Berechnungen: Ab dem Jahrgang 2017/18 drucken die Drucksachen keinen Gesamtwert mehr, sondern nur getrennte Quoten für Jungen und Mädchen; für 2016/17 zeigen wir den gedruckten Gesamtwert, ab 2017/18 das Mittel aus Jungen- und Mädchenquote (addiert und halbiert, ohne die Zahl der Jungen und Mädchen zu gewichten). Am Jahrgang 2016/17, für den beides gedruckt ist, weicht dieses Mittel im Schnitt 0,1 und höchstens 0,55 Prozentpunkte vom Gesamtwert ab. Die Mittelschuleignung steht in keiner der acht Drucksachen; sie ist der Rest auf 100 %. Das Mittel der 96 Kreise ist ungewichtet, jeder Kreis zählt gleich; einen amtlichen bayernweiten Gesamtwert drucken die Quellen seit 2017/18 nicht. Platz und Abstand sind aus diesen Werten gerechnet. Weil das Mittel um bis zu etwa 0,55 Punkte vom wahren Wert abweichen kann, kann sich auch der Platz verschieben: Verschiebt man jeden Wert um 0,55 Punkte nach oben oder unten, ändert sich der Platz bei Gymnasial- und Mittelschuleignung im Mittel um etwa 3 Ränge, bei der Realschuleignung, wo die 96 Kreise auf 8 bis 21 % (2023/24) zusammenliegen, um etwa 8 (Näherung, eigene Berechnung).
Corona: Für die Jahrgänge 2019/20 und 2020/21 galten Sonderregeln für die Probearbeiten: ab dem 20.04.2020 keine verpflichtenden Probearbeiten mehr, 2020/21 statt 18 vorgeschriebenen Probearbeiten nur noch eine Richtzahl von 14 (Plenum-Drs. 18/7154 und 18/15764, jeweils Frage 19). In den Zahlen ist das nicht eindeutig zu sehen: 2019/20 zeigt keinen Ausschlag (Kreismittel 52,7 % gegen 52,0 % im Vorjahr), 2020/21 liegt mit 56,6 % am höchsten der acht Jahrgänge und fällt danach wieder. Ob die Sonderregeln dahinterstehen, lässt sich aus den Drucksachen nicht belegen; wir markieren die Jahre deshalb nicht gesondert.
Migrationshintergrund heißt in Drs. 19/3064 nicht Herkunft der Familie, sondern eines von drei Merkmalen: nichtdeutsche Staatsangehörigkeit, nichtdeutsche Muttersprache oder Geburtsland außerhalb Deutschlands. Außerdem zählt diese Drucksache alle Viertklässler mit Eignungsangabe, die Kreistabellen oben nur die übergetretenen; die Prozentwerte sind deshalb nicht direkt vergleichbar.
Grundlage ist unsere Zusammenstellung aus 42 Landtagsdrucksachen zum Übertritt und seinen Folgen; für diese Seite sind die oben genannten neun maßgeblich. Datenstand 21.08.2026, Stand dieser Seite 22.08.2026.
