Tafel mit dem Kreide-Schriftzug „nachgezählt“

Der Probeunterricht in Ihrer Region

Der Probeunterricht ist überall in Bayern dieselbe Prüfung. Drei Tage, Deutsch und Mathematik, und die schriftlichen Aufgaben stellt nicht die einzelne Schule, sondern das Land. Wie er ausgeht, hängt trotzdem davon ab, wo ein Kind ihn schreibt: Am Gymnasium der Stadt Ingolstadt bestanden über vier Jahrgänge 81 von 100 Teilnehmern, im Landkreis Erding 42 von 100, beide in Oberbayern.

Diese Seite zeigt, wie groß diese Unterschiede sind, wie lange sie schon bestehen und was sich als Erklärung ausschließen lässt. Wie viele Kinder bayernweit bestehen und wie es ihnen danach in der fünften Klasse ergeht, steht auf Erfolgschancen im Probeunterricht; wie das Verfahren abläuft, auf Probeunterricht. Alle Zahlen stammen aus Antworten der Staatsregierung auf Anfragen im Bayerischen Landtag; wo gerechnet wurde, steht es dabei.

Das Wichtigste in drei Sätzen

Zwischen den Kreisen liegen Welten. Über die vier Jahrgänge 2017/18 bis 2020/21 reicht die Bestehensquote am Gymnasium von 40,0 bis 81,3 Prozent und an der Realschule von 8,9 bis 58,0 Prozent.

Diese Unterschiede sind nicht der Zufall kleiner Zahlen. Bei der Realschule sind die Unterschiede zwischen den Kreisen rund zehnmal so groß, wie der Zufall erklären kann, und sie stehen von Jahr zu Jahr weitgehend in derselben Reihenfolge.

Woran die Unterschiede liegen, sagen die Zahlen nicht. Die Eignungsquote des Kreises, seine Übertrittsquote, die Lage in der Stadt oder auf dem Land und die Zusammensetzung der Teilnehmer erklären zusammen so gut wie nichts davon.

Dieselbe Prüfung, sehr verschiedene Ergebnisse

Die Schulordnung ist an dieser Stelle ungewöhnlich deutlich. Nicht die aufnehmende Schule denkt sich die Aufgaben aus, sondern das Land stellt sie für alle gleich:

„Die schriftlichen Aufgaben werden landeseinheitlich gestellt und von je zwei Fachlehrkräften benotet … Auch die mündlichen Leistungen werden benotet.“

§ 3 Abs. 4 GSO; für die Realschule wortgleich § 3 Abs. 6 RSO, jeweils in der Fassung auf gesetze-bayern.de

Die Aufgaben kommen vom Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung, und der Bewertungsschlüssel geht den Schulen zusammen mit den Aufgaben zu (Einzelheiten auf Nach welchen Regeln läuft der Probeunterricht?). Bewertet wird dann an der einzelnen Schule, von je zwei Fachlehrkräften.

Gymnasium

Wie weit die Ergebnisse trotzdem auseinanderliegen, zeigt zuerst ein Beispiel vom Gymnasium, zwei Kreise aus demselben Regierungsbezirk:

81,2 %
Stadt Ingolstadt
Bestanden im Probeunterricht des Gymnasiums: beide in Oberbayern, in denselben vier Jahrgängen, mit denselben Aufgaben.
42,4 %
Landkreis Erding

4. Klassen 2017/18 bis 2020/21 zusammengefasst · 177 von 218 bzw. 36 von 85 Teilnehmern · bestandene Prüfungen: Drs. 18/29064 · Teilnehmer: Drs. 18/29034 · Bestehensquote eigene Rechnung aus beiden

Diese beiden Werte sind keine Ausreißer aus einer Handvoll Kinder: In Ingolstadt schrieben in diesen vier Jahren 218 Kinder den Gymnasial-Probeunterricht, im Landkreis Erding 85. Die Tabelle zeigt die drei Kreise an jedem Ende, Jahr für Jahr, mit dem bayernweiten Wert dazwischen:

Probeunterricht am Gymnasium: die drei besten und die drei schlechtesten Kreise

Kreis2017/182018/192019/202020/21vier Jahrgänge
Eichstätt90,0 %76,9 %78,6 %76,5 %81,3 %
Stadt Ingolstadt78,2 %87,0 %83,0 %78,6 %81,2 %
Stadt Passau78,6 %69,2 %92,9 %69,6 %76,6 %
Bayern58,3 %62,5 %59,8 %57,5 %59,5 %
Ebersberg26,3 %72,7 %40,0 %50,0 %43,1 %
Erding36,8 %52,6 %43,3 %35,3 %42,4 %
Stadt Ansbach54,5 %23,1 %27,3 %80,0 %40,0 %

Die beiden dünnen grauen Linien zeigen den Spielraum: der höchste und der niedrigste Kreiswert in dem Jahrgang (gezählt sind Kreise, in denen in diesem Jahrgang mindestens 30 Kinder den Probeunterricht geschrieben haben; einzelne Tabellenwerte aus kleineren Gruppen können darüber oder darunter liegen). Die gestrichelte Linie ist der bayernweite Wert. Wählen Sie einen Kreis, dann kommt seine Linie dazu; hohle Punkte stehen für Jahrgänge, in denen weniger als 30 Kinder des Kreises teilgenommen haben.

Anteil der Teilnehmer mit bestandener Prüfung · Rang nur unter den Kreisen mit mindestens 30 Teilnehmern in den vier Jahrgängen · 4. Klassen 2017/18 bis 2020/21 · bestandene Prüfungen: Drs. 18/29064 · Teilnehmer: Drs. 18/29034 · Bestehensquote eigene Rechnung aus beiden

Am Gymnasium schwanken die Jahreswerte allerdings stark, in der Stadt Ansbach zwischen 23 und 80 Prozent. Das liegt an den kleinen Gruppen: Dort schrieben in vier Jahren zusammen 40 Kinder, ein einzelnes Kind macht also 2,5 Prozentpunkte aus. Belastbar ist deshalb die Spalte ganz rechts, nicht die einzelne Jahreszahl.

Realschule

An der Realschule sind die Gruppen um ein Vielfaches größer, und der Abstand wird noch deutlicher:

57,2 %
Landkreis Passau
Bestanden im Probeunterricht der Realschule, wo die Prüfungsgruppen am größten sind.
9,4 %
Stadt Nürnberg

4. Klassen 2017/18 bis 2020/21 zusammengefasst · 195 von 341 bzw. 87 von 924 Teilnehmern · bestandene Prüfungen: Drs. 18/29064 · Teilnehmer: Drs. 18/29034 · Bestehensquote eigene Rechnung aus beiden

Darunter die Jahrestabelle für die Realschule, wieder mit den drei besten und den drei schwächsten Kreisen:

Probeunterricht an der Realschule: die drei besten und die drei schlechtesten Kreise

Kreis2017/182018/192019/202020/21vier Jahrgänge
Tirschenreuth40,0 %54,3 %65,7 %67,4 %58,0 %
Landkreis Passau47,5 %58,2 %60,0 %65,4 %57,2 %
Garmisch-Partenkirchen34,3 %35,8 %49,0 %35,0 %38,4 %
Bayern19,7 %23,6 %23,9 %24,3 %22,8 %
Dachau9,2 %7,1 %14,1 %9,2 %10,1 %
Stadt Nürnberg8,0 %10,6 %8,8 %10,9 %9,4 %
Landkreis Regensburg4,5 %12,1 %9,9 %8,9 %

Die beiden dünnen grauen Linien zeigen den Spielraum: der höchste und der niedrigste Kreiswert in dem Jahrgang (gezählt sind Kreise, in denen in diesem Jahrgang mindestens 30 Kinder den Probeunterricht geschrieben haben; einzelne Tabellenwerte aus kleineren Gruppen können darüber oder darunter liegen). Die gestrichelte Linie ist der bayernweite Wert. Wählen Sie einen Kreis, dann kommt seine Linie dazu; hohle Punkte stehen für Jahrgänge, in denen weniger als 30 Kinder des Kreises teilgenommen haben.

Anteil der Teilnehmer mit bestandener Prüfung · Rang nur unter den Kreisen mit mindestens 30 Teilnehmern in den vier Jahrgängen · 4. Klassen 2017/18 bis 2020/21 · bestandene Prüfungen: Drs. 18/29064 · Teilnehmer: Drs. 18/29034 · Bestehensquote eigene Rechnung aus beiden

Nürnberg liegt in vier aufeinanderfolgenden Jahrgängen zwischen 8,0 und 10,9 Prozent. Das ist keine Schwankung, sondern eine Konstante. Der Landkreis Passau liegt in denselben vier Jahrgängen nie unter 47 Prozent. Und beide Kreise sind groß: In Nürnberg schrieben in diesen vier Jahren 924 Kinder den Realschul-Probeunterricht, im Landkreis Passau 341.

Alle Landkreise auf einen Blick

Dasselbe Bild zeigt sich in ganz Bayern. Die Karte zeigt für jeden Landkreis und jede kreisfreie Stadt, welcher Anteil der Kinder den Probeunterricht bestanden hat, für die vier Jahrgänge zusammen. Über die Reiter lässt sich zwischen Gymnasium und Realschule wechseln. Ein Zeiger auf einen Kreis zeigt beide Werte und die Zahl der Teilnehmer, auf der sie beruhen; ein Klick öffnet die Tabellen weiter unten für diesen Kreis.

Gezählt wird nach dem Ort der aufnehmenden Schule, nicht nach dem Wohnort des Kindes. Die Karte sagt also nicht, wie gut die Kinder aus einem Kreis sind, sondern wie der Probeunterricht an den Schulen dieses Kreises ausgeht.

Schulart

4. Klassen 2017/18 bis 2020/21 zusammengefasst · bestandene Prüfungen: Drs. 18/29064, Tabellen 1 bis 5 zu den Fragen 1.3 und 2.3 · Teilnehmer: Drs. 18/29034, Tabellen zu den Fragen 3.1 und 4.1 · Bestehensquote eigene Rechnung aus beiden. Die Farbskala ist über alle Jahrgänge einer Schulart und Ebene festgelegt, damit sich die Ansichten vergleichen lassen. Die Farbskala ist aus den Kreisen mit mindestens 30 Teilnehmern gebildet; Kreise mit weniger Teilnehmern sind eingefärbt, aber schraffiert, weil ihr Wert stark schwankt; bei einzelnen Jahrgängen betrifft das deutlich mehr Kreise als beim Mittel.

Kreisgrenzen: © BKG (2026) dl-de/by-2-0 (Daten verändert), Datenquellen: datenquellen_vg_nuts.pdf. Datensatz: Verwaltungsgebiete 1:2 500 000 (VG2500), Stand 01.01.2026; verändert: Zuschnitt auf Bayern, vereinfachte Umrisslinien, für die Bildschirmdarstellung umgerechnet.

Das Muster auf der Karte folgt nicht der Grenze zwischen Stadt und Land, sondern der zwischen Ballungsraum und Fläche. Von den 12 niederbayerischen Kreisen liegen bei der Realschule 7 im obersten Viertel und einer im untersten; in Mittelfranken ist es umgekehrt, dort liegen 5 von 11 im untersten Viertel und keiner im obersten. Die kreisfreien Städte insgesamt unterscheiden sich dagegen kaum von den Landkreisen: An der Realschule bestehen dort 22,9 Prozent, in den Landkreisen 24,7 Prozent.

Wo die Karte „keine Angabe“ zeigt und in den Tabellen ein Strich steht, hat der Landtag die Zahl nicht veröffentlicht: Sehr kleine Werte werden aus Datenschutzgründen gelöscht, zusätzlich einzelne Nachbarwerte, damit sich die kleinen nicht zurückrechnen lassen (Drs. 18/29034, Fußnote zu den Fragen 3.1 bis 4.3). Ein fehlender Wert sagt also nichts darüber, wie der Kreis abgeschnitten hat. Beim Gymnasium bleiben so fünf Kreise ohne Wert (zwei davon, weil sie als Landkreis kein Gymnasium haben), bei der Realschule keiner. Schraffiert ist ein Kreis, wenn sein Wert auf weniger als 30 Teilnehmern beruht: Er steht da, ist aber unsicher. Einen Rang bekommen nur Kreise ab 30 Teilnehmern, beim Gymnasium 73, bei der Realschule 93.

Alle 96 Kreise mit ihren Bestehensquoten, sortiert nach Rang, mit Zahl der Teilnehmer und der Jahrgänge.

Ist das nur der Zufall kleiner Zahlen?

Bei kleinen Gruppen entscheidet der Zufall mit. Schreiben in einem Kreis nur 30 Kinder den Probeunterricht, macht ein einziges Kind schon drei Prozentpunkte aus. Die Frage ist also: Sind die Unterschiede zwischen den Kreisen größer, als der Zufall sie machen würde? Die beiden Balken zeigen die Antwort; der farbige Teil ist das, was der Zufall nicht erklären kann:

Gymnasium

Die Kreiswerte liegen typischerweise 9,0 Prozentpunkte vom bayernweiten Wert entfernt. Wären alle Kreise in Wahrheit gleich gut und kämen die Unterschiede nur daher, dass in kleinen Gruppen der Zufall stark durchschlägt, wären es etwa 5,0 Punkte. Der Zufall erklärt also 31 % der Unterschiede; 69 % (der farbige Teil des Balkens) sind echte Unterschiede zwischen den Kreisen.

Realschule

Die Kreiswerte liegen typischerweise 8,5 Prozentpunkte vom bayernweiten Wert entfernt. Wären alle Kreise in Wahrheit gleich gut und kämen die Unterschiede nur daher, dass in kleinen Gruppen der Zufall stark durchschlägt, wären es etwa 2,6 Punkte. Der Zufall erklärt also 10 % der Unterschiede; 90 % (der farbige Teil des Balkens) sind echte Unterschiede zwischen den Kreisen.

4. Klassen 2017/18 bis 2020/21 · 73 bzw. 93 Kreise mit vollständigen Werten · Zerlegung der Streuung in Zufalls- und Restanteil: eigene Rechnung · bestandene Prüfungen: Drs. 18/29064 · Teilnehmer: Drs. 18/29034 · Bestehensquote eigene Rechnung aus beiden

Die Antwort ist ja. An der Realschule sind die Unterschiede rund zehnmal so groß, wie der Zufall zuließe, am Gymnasium gut dreimal. 43 der 93 Realschul-Kreise liegen gesichert über oder unter dem bayernweiten Wert, am Gymnasium 20 von 73.

Und die Unterschiede bleiben: An der Realschule liegen Jahr für Jahr weitgehend dieselben Kreise vorn und hinten (Übereinstimmung der Reihenfolge 0,48 bis 0,58; 1 wäre dieselbe Reihenfolge, 0 keine). Am Gymnasium sind die Gruppen dafür zu klein, dort trägt nur das Gesamtbild. Der Kern dieser Seite in einem Satz: Die Unterschiede zwischen den Kreisen sind echt, und sie bleiben.

Woran es nicht liegt

Naheliegend wäre, dass die Kreise unterschiedlich abschneiden, weil dort unterschiedliche Kinder antreten. Wo viele Kinder ohnehin gute Noten haben, müsste auch der Probeunterricht besser ausgehen; wo besonders viele es versuchen, müssten mehr scheitern.

Ob diese Vermutung zutrifft, prüft man am besten im Vergleich mit einem Zusammenhang, den es wirklich gibt. Die folgenden vier Abbildungen zeigen die bayerischen Landkreise viermal. Jede Zeile steht für eine Schulart: oben das Gymnasium, unten die Realschule. Waagerecht ist überall dasselbe aufgetragen: wie viele Kinder im Kreis die Eignung für diese Schulart bekommen haben. Senkrecht steht links, wie viele dann tatsächlich übergetreten sind, und rechts, wie viele im Probeunterricht bestanden haben.

Wohin die Kinder gehen
Wie der Probeunterricht ausgeht
Gymnasium
2336365049636277Gymnasialeignung im Kreis (%)Übertritt ans Gymnasium (%)

Zusammenhang +0,77

3736535069638477Gymnasialeignung im Kreis (%)bestanden im Probeunterrichtdes Gymnasiums (%)

Zusammenhang −0,16

Realschule
129221232144217Realschuleignung im Kreis (%)Übertritt an die Realschule (%)

Zusammenhang +0,44

59241243146217Realschuleignung im Kreis (%)bestanden im Probeunterrichtder Realschule (%)

Zusammenhang +0,13

Jeder Punkt ist ein Landkreis; in jeder Zeile stehen dieselben Kreise. Fahren Sie über einen Punkt oder tippen Sie ihn an, dann leuchtet der Kreis in allen vier Feldern zugleich auf. Über die Auswahl oben bleibt Ihr eigener Kreis dauerhaft markiert.

Links steigen die Punkte: Wo mehr Kinder die Eignung bekommen, gehen auch mehr an die Schulart. Rechts bilden sie eine Wolke ohne Richtung: Aus der Eignung im Kreis lässt sich nicht ablesen, wie der Probeunterricht dort ausgeht. Das gilt für beide Schularten.

4. Klassen 2017/18 bis 2020/21 · Eignung und Übertritt je Kreis: vier Jahresdrucksachen (Fundstellen im Quellenblock) · bestandene Prüfungen: Drs. 18/29064 · Teilnehmer: Drs. 18/29034 · Bestehensquote eigene Rechnung aus beiden · Zusammenhänge eigene Rechnung

Derselbe Vergleich lässt sich mit jeder weiteren Größe anstellen, die einen Landkreis vom anderen unterscheidet: dem Einkommen, der Zusammensetzung der Schülerschaft, der Größe der Schulen. Die folgende Tabelle zeigt alle diese Vergleiche auf einen Blick. Fett gedruckt ist, was spürbar zusammenhängt, und das steht durchweg in den beiden Übertrittsspalten, nie beim Probeunterricht:

Woran die Unterschiede zwischen den Kreisen hängen und woran nicht

→ Die Tabelle lässt sich zur Seite wischen.

Größe im LandkreisGymnasium · 73 KreiseRealschule · 93 Kreise
Übertritt ans GymnasiumProbeunterricht Gymnasium bestandenÜbertritt an die RealschuleProbeunterricht Realschule bestanden
Gymnasialeignung im Kreis+0,77−0,16−0,30−0,29
Realschuleignung im Kreis−0,43+0,16+0,44+0,13
Übertritt ans Gymnasium−0,09−0,30
Übertritt an die Realschule+0,14+0,33
Verfügbares Einkommen je Einwohner+0,49−0,16−0,20−0,10
Anteil Schüler mit Migrationshintergrund+0,29−0,23−0,49−0,36
Schüler je Gymnasium bzw. je Realschule im Kreis+0,33−0,27−0,11−0,33

Angegeben ist der Zusammenhang zwischen der jeweiligen Größe und der Spalte, also mit der Übertrittsquote beziehungsweise mit der Bestehensquote im Probeunterricht, jeweils über alle Landkreise hinweg (Korrelationskoeffizient nach Pearson). +1 hieße: geht die eine Größe hoch, geht die andere immer mit hoch; 0 heißt: kein Zusammenhang. Fett stehen Werte ab +0,40 beziehungsweise unter −0,40. Sie stehen alle in den beiden Übertrittsspalten, keiner beim Probeunterricht. „Schüler je Gymnasium bzw. je Realschule“ ist die durchschnittliche Größe der Schulen dieser Art im Kreis, in den Gymnasiumsspalten also die der Gymnasien, in den Realschulspalten die der Realschulen. Ein – bedeutet, dass sich die Größe dort mit sich selbst vergleichen würde.

4. Klassen 2017/18 bis 2020/21 · Einkommen: Verfügbares Einkommen der privaten Haushalte je Einwohner 2015, Arbeitskreis Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder · Migrationsanteil: Drs. 19/4396 · Schulen und Schüler je Kreis: Bayerisches Landesamt für Statistik, Statistische Berichte B0100C · übrige Größen wie oben · Zusammenhänge eigene Rechnung

Die Vermutung, die Kreise schnitten nur deshalb verschieden ab, weil dort verschiedene Kinder antreten, trägt also nicht. Und es liegt auch an keiner der anderen Größen, mit denen sich die Kreisunterschiede beim Übertritt sonst gut erklären lassen: Auf der Seite Was womit zusammenhängt hängen die Kreiswerte zum Übertritt sichtbar am Einkommen, an der Eignung und an der Lage; hier hängen sie an nichts davon.

Auch alle diese Größen zusammen erklären wenig. Rechnet man sieben von ihnen gleichzeitig gegen die Bestehensquote im Probeunterricht (Gymnasial- und Realschuleignung des Kreises, beide Übertrittsquoten, die durchschnittliche Größe seiner Gymnasien und Realschulen und den Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund), erklären sie bei der Realschule 35 Prozent der Unterschiede zwischen den Kreisen und am Gymnasium 19 Prozent. Zwei Drittel beziehungsweise vier Fünftel der Unterschiede bleiben unerklärt.

Der stärkste einzelne Zusammenhang mit dem Bestehen im Probeunterricht ist −0,36: Wo der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund höher liegt, wird im Probeunterricht der Realschule etwas seltener bestanden. Dicht dahinter steht die Größe der Schulen (−0,33), im Kern derselbe Befund wie die Beobachtung an der Karte, Ballungsraum gegen Fläche. Jeder dieser Zusammenhänge erklärt für sich gut ein Zehntel der Kreisunterschiede. Keiner erklärt, warum in einem Kreis 12 Prozent der Kinder den Probeunterricht der Realschule bestehen und in einem anderen 40 Prozent.

Eine Zelle der Tabelle fällt dabei aus dem Rahmen, weil sie zwei Schularten miteinander verbindet: Wo viele Kinder ans Gymnasium übertreten, wird der Probeunterricht an der Realschule seltener bestanden (−0,30). Alle übrigen Werte bleiben innerhalb einer Schulart. So sieht dieser eine Zusammenhang aus:

Der eine Zusammenhang, der über die Schularten hinweg wirkt

523243643496262Übertritt ans Gymnasium im Kreis (%)bestanden im Probeunterrichtder Realschule (%)

Zusammenhang −0,30

Waagerecht steht, wie viele Kinder des Kreises ans Gymnasium übergetreten sind, senkrecht, wie viele im Probeunterricht der Realschule bestanden haben. Es sind dieselben 93 Kreise wie in den beiden Realschul-Bildern oben.

Fahren Sie über einen Punkt oder tippen Sie ihn an, dann leuchtet derselbe Kreis auch in den vier Abbildungen weiter oben auf.

4. Klassen 2017/18 bis 2020/21 · Übertritt ans Gymnasium je Kreis: vier Jahresdrucksachen (Fundstellen im Quellenblock) · für die Realschule: bestandene Prüfungen: Drs. 18/29064 · Teilnehmer: Drs. 18/29034 · Bestehensquote eigene Rechnung aus beiden · Zusammenhang eigene Rechnung

Erklären lässt sich auch mit diesem Zusammenhang wenig: Er deckt nur knapp ein Zehntel der Unterschiede zwischen den Kreisen ab. Denkbar wäre, dass dort, wo viele Kinder direkt ans Gymnasium gehen, eine andere Gruppe im Probeunterricht der Realschule ankommt. Die Zahlen zeigen den Zusammenhang, nicht seinen Grund.

Eine weitere Vermutung lässt sich mit den vorliegenden Zahlen nur anreißen: Vielleicht bestehen mehr Kinder, wo die Gymnasien und Realschulen des Kreises viel Platz haben, also mehr Räume und Klassen in der fünften Jahrgangsstufe, als jedes Jahr gefüllt werden. Diese Kapazität wird amtlich nicht erfasst. Ein behelfsmäßiger Ersatz ist die Schuldichte, also die Zahl der Schulen dieser Art je 1.000 Viertklässler im Kreis: An der Realschule hängt sie mit +0,37 mit dem Bestehen zusammen, so stark wie die stärksten Werte der Tabelle, am Gymnasium gar nicht (+0,09). Belastbar ist das nicht, weil eine hohe Schuldichte auch Kinder aus den Nachbarkreisen anzieht und damit die Zusammensetzung der Prüfungsgruppe verändert. Ob es an der Kapazität liegt, müsste eigens untersucht werden: Wie viele Plätze haben die Schulen eines Kreises in der fünften Jahrgangsstufe, und wie viele davon sind jedes Jahr belegt? Diese Zahlen veröffentlicht bisher niemand.

Woran es sonst liegen könnte, sagen die Zahlen nicht. Denkbar ist vieles: dass in manchen Regionen anders bewertet wird, dass die Gruppen verschieden zusammengesetzt sind, dass an vollen Schulen anders geprüft wird als an leeren. Keine dieser Vermutungen lässt sich mit den vorliegenden Zahlen belegen, und keine wird hier behauptet.

Wie viele es überhaupt versuchen

Bis hierher ging es darum, wie der Probeunterricht ausgeht. Die zweite regionale Frage ist, wie oft er überhaupt versucht wird, und auch da sind die Unterschiede groß und alt. Für die Regierungsbezirke reicht die Reihe zwölf Jahrgänge zurück; die Werte bis 2016/17 hat das Kultusministerium selbst ausgewiesen. Jede Linie ist ein Regierungsbezirk:

Unterfranken
9,4 %
Oberfranken
8,5 %
Niederbayern
8,3 %
Oberpfalz
7,9 %
Bayern
7,5 %
Oberbayern
7,1 %
Mittelfranken
6,8 %
Schwaben
6,2 %

Anteil der Viertklässler, die in den Probeunterricht gehen, Gymnasium und Realschule zusammen; Mittel der zwölf Jahrgänge 2011/12 bis 2022/23. Bayern ist zum Vergleich in Petrol gesetzt.

4. Klassen 2011/12 bis 2022/23 · 2011/12 bis 2016/17 gedruckte Anteile aus Drs. 17/22706 · 2017/18 bis 2022/23 eigene Rechnung aus den gedruckten Teilnehmer- und Viertklässlerzahlen der Drs. 18/29034, 19/2741 und 19/3064

Unterfranken liegt in elf der zwölf Jahrgänge vorn, Schwaben in allen zwölf am Ende. Diese Reihenfolge ist bemerkenswert, wenn man sie neben die Bestehensquoten hält: Schwaben schickt die wenigsten Kinder in die Prüfung und hat zugleich die niedrigste Bestehensquote am Gymnasium (50,7 Prozent im Mittel von zehn Jahrgängen, gegen 64,7 Prozent in der Oberpfalz). Die Vermutung, dass dort besonders schlecht abschneidet, wo besonders großzügig geschickt wird, findet in den Zahlen also keine Stütze, eher das Gegenteil.

Wählen Sie Ihren Landkreis, Ihren Regierungsbezirk oder ganz Bayern

Ihr Kreis: Teilnehmer am Probeunterricht und sein Ausgang als Tabellen, dazu die Jahre 2011/12 bis 2016/17.

Für die Auswahl braucht es eingeschaltetes JavaScript.

Was die Zahlen zeigen, und was nicht

Die Zahlen zeigen, dass der Ausgang des Probeunterrichts regional sehr verschieden ist, dass diese Unterschiede weit über den Zufall hinausgehen und dass sie über zehn Jahre in dieselbe Richtung weisen. Sie zeigen nicht, woran das liegt. Und über ein einzelnes Kind sagen sie nichts: Aus einer niedrigen Quote im eigenen Kreis folgt für die eigene Prüfung nichts.

Zwei Grenzen dieser Zahlen sind wichtig. Erstens zählen diese Tabellen Prüfungsergebnisse, nicht Aufnahmen: Wer besteht oder mit zweimal der Note 4 aufgenommen werden darf, muss die Schule nicht tatsächlich besuchen. Das Ministerium sagt dazu, es könne „nicht angegeben werden, wie viele Schülerinnen und Schüler im Vorfeld ihres Übertritts den Probeunterricht bestanden bzw. dort die Noten 4/4 (Elternwille) erreichten“ (Drs. 18/29064).

Zweitens ist hier bewusst keine Teilnahmequote je Kreis gerechnet, also nicht „so viel Prozent der Viertklässler dieses Kreises gehen in den Probeunterricht“. Die Teilnehmerzahlen werden an der aufnehmenden Schule erhoben, die Zahl der Viertklässler an der abgebenden Grundschule; das Ministerium warnt selbst, bei einer Regionalisierung komme es „durch Pendelbewegungen zwischen Kreisen zu erheblichen Verzerrungen“ (Drs. 18/9448). Bei der Bestehensquote besteht dieses Problem nicht: Dort stammen Zähler und Nenner aus derselben Erhebung, an derselben Schule, über dieselben Kinder. Für die Regierungsbezirke hat das Ministerium die Teilnahmequote dagegen selbst gedruckt; deshalb steht sie oben nur für diese Ebene.

Lesen Sie weiter

Erfolgschancen im Probeunterricht: wie viele Kinder bestehen und wie es ihnen danach ergeht
Vorbereitung auf den Probeunterricht: mit den Original-Prüfungen üben
Eignungszahlen: welche Eignung im Übertrittszeugnis steht
Was womit zusammenhängt: womit die Kreisunterschiede beim Übertritt sonst zusammenhängen
Alle Zahlen zum Übertritt: die Übersicht.

Quellen: Antworten der Staatsregierung auf Schriftliche Anfragen im Bayerischen Landtag:

  • Drs. 18/29034 (Antwort vom 12.05.2023; Tabellen zu den Fragen 3.1 und 4.1: Teilnehmende am Probeunterricht je Kreis, Prüfungsjahre 2018 bis 2022)
  • Drs. 18/29064 (Antwort vom 16.05.2023; Tabellen 1 bis 5 zu den Fragen 1.3 und 2.3: Teilnehmende „mit Erfolg“ und „mit den Noten 4/4“ je Region, Prüfungsjahre 2017 bis 2021)
  • Drs. 19/2741 (Antwort vom 05.07.2024; Prüfungsjahr 2023)
  • Drs. 17/22706 (Antwort vom 05.06.2018; Teilnehmer, Bestandene, Aufnahmen nach zweimal Note 4 und die gedruckten Anteile je Regierungsbezirk, Prüfungsjahre 2012 bis 2017)
  • Drs. 19/3064 (Antwort vom 12.08.2024; Zahl der Viertklässler je Region)
  • Drs. 18/9448 (Antwort vom 04.08.2020; Hinweis auf die Verzerrung durch Pendelbewegungen)
  • Eignungs- und Übertrittsquoten je Kreis für den Vergleich im Abschnitt „Woran es nicht liegt“: Drs. 18/3249, Drs. 18/9446, Drs. 18/16091 und Drs. 18/23567
  • Schulen und Schülerzahlen je Kreis für die durchschnittliche Schulgröße: Statistische Berichte des Bayerischen Landesamts für Statistik, Reihe B1/B0100C (Schuljahre 2017/18 bis 2020/21)
  • Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund je Kreis: Drs. 19/4396 (verwendet: Schuljahre 2017/18 bis 2020/21)
  • Verfügbares Einkommen der privaten Haushalte je Einwohner und Kreis: Arbeitskreis „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“, Kreisergebnisse, Berichtsjahr 2015
  • § 3 Abs. 4 und Abs. 5 GSO, § 3 Abs. 6 und Abs. 7 RSO, § 2 Abs. 4 GSO und RSO in der aktuellen Fassung auf www.gesetze-bayern.de

Eigene Berechnungen und Vorbehalte: Die Bestehensquote je Kreis ist eine eigene Rechnung: bestandene Prüfungen aus Drs. 18/29064 geteilt durch Teilnehmer aus Drs. 18/29034, für die vier Jahrgänge, in denen beide Drucksachen Kreiswerte ausweisen. Dass beide dieselbe Erhebung wiedergeben, ist geprüft: Die Kreisbezeichnungen stimmen in allen 96 Fällen überein, und in allen 517 prüfbaren Fällen ist die Summe aus „mit Erfolg“ und „mit den Noten 4/4“ nicht größer als die Teilnehmerzahl. Auf Bayernebene weicht die so gebildete Quote um höchstens 0,3 Prozentpunkte von einer unabhängigen Auszählung der Notenkombinationen nach § 3 Abs. 5 Satz 1 GSO ab; für die Kreisebene lässt sich das nicht gegenprüfen. Gesperrte Werte sind nicht zurückgerechnet: Die Drucksache sperrt ausdrücklich ein zweites Mal, „damit keine Rückrechnung der gelöschten Werte … möglich ist“ (Drs. 18/29034). Kreise mit mindestens einem gesperrten Wert bleiben ohne Quote. Die Streuungszerlegung, die Rangkorrelationen und die Korrelationen mit Eignung und Übertritt sind eigene Rechnungen; die Rechenwege werden auf Anfrage offengelegt. Gegenprobe: Für die Prüfungsjahre 2018 bis 2020 hat das Kultusministerium die Kreisquote selbst gedruckt (Drs. 18/9448, Spalte „Anteil an allen PU-Teilnehmenden“); 498 von 512 vergleichbaren Werten stimmen mit der hier gezeigten Rechnung überein, die 14 Abweichungen gehen auf später revidierte Teilnehmerzahlen zurück, gezeigt wird der spätere Stand. Die Drucksachen beschriften mit dem Prüfungsjahr; diese Seite nennt das Schuljahr der 4. Klasse (Prüfungsjahr 2023 = 4. Klasse 2022/23). Die Jahrgänge 2019/20 und 2020/21 sind Corona-Jahrgänge und mit den übrigen nur eingeschränkt vergleichbar. Zuletzt überarbeitet: 01.09.2026.

Rechtlicher Hinweis: Diese Seite wertet amtliche Zahlen aus und ordnet sie aus unserer Sicht ein. Sie enthält keine individuelle rechtliche Prüfung oder Handlungsempfehlung; konkrete Fälle werden auf dieser Seite nicht beurteilt. Trotz sorgfältiger Prüfung können die Angaben Fehler enthalten; bitte prüfen Sie die genannten Quellen selbst.